Wozu (ein) Sinneswandel? Ein kurzes Intro

von Ricarda Manth

Der Wandel, so könnte man sagen, ist das verbindende Glied der Fragmente, die sich zu unserem Leben zusammensetzen. Ein dynamischer Prozess, den wir selbst mitgestalten – bewusst wie unbewusst. Der Podcast ist ein Versuch und zugleich ein Wunsch, dazu anzuregen, sich für neue Perspektiven zu öffnen. Der ermutigt, den Status-Quo zu hinterfragen und sich selbst als aktive Zukunftskünstler:in zu begreifen.

SHOWNOTES:

Episode zum Thema Mitgliederfinanzierung und, weshalb wir uns gegen Werbung entschieden haben

Macht (einen) Sinneswandel möglich, indem ihr Fördermitglieder werdet. Finanziell unterstützen könnt ihr uns auch via PayPal oder per Überweisung an DE95110101002967798319. Danke.

Kontakt:

redaktion@sinneswandel.art

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TRANSKRIPT:

Hallo und herzlich Willkommen zum Sinneswandel Podcast. Mein Name ist Marilena Berends und ich freue mich euch in der allerersten Episode begrüßen zu dürfen.

Ich gebe zu, es ist nicht die erste Episode, die ich im Rahmen des Sinneswandel Podcast aufzeichne. Aber, da der Podcast sich seit seiner Gründung im Oktober 2017 doch sehr gewandelt hat, dachte ich, es sei an der Zeit, eine neue erste Pilotfolge aufzunehmen. In dieser möchte ich kurz erläutern, was das Anliegen von Sinneswandel überhaupt ist, was euch in diesem Podcast erwarten wird und, wie ihr selbst Teil dessen werden könnt.

Vielleicht kurz vorweg zwei, drei Worte zu mir, für alle die ganz neu einsteigen: Mein Name ist, wie bereits gesagt, Marilena und ich habe Ende 2017 diesen Podcast gegründet. Wenn ich nicht an neuen Episoden tüftle, studiere ich Philosophie und Politik. Gelegentlich schreibe ich als freie Autorin Artikel, halte dann und wann Vorträge oder moderiere Panels – kurzum, ich schreibe, rede und denke gerne. Das sollte zu meiner Person vorerst reichen.

Nun zur Frage: Wozu eigentlich (ein) Sinneswandel?

Der Wandel, so könnte man sagen, ist das verbindende Glied der Fragmente, die sich zu unserem Leben zusammensetzen. Ein dynamischer Prozess, den wir selbst mitgestalten – bewusst wie unbewusst. Der Podcast ist ein Versuch und zugleich ein Wunsch, dazu anzuregen, sich für neue Perspektiven zu öffnen. Der ermutigt, den Status-Quo zu hinterfragen und sich selbst als aktive Zukunftskünstler:in zu begreifen. Denn sind es nicht gerade die Künstler:innen, von denen wir uns in diesen manchmal dystopisch anmutenden Zeiten, eine Scheibe abschneiden können sollten? Ähnlich, wie diese sich immer wieder neu auf Prozesse einlassen, deren Ende sie nicht kennen und sich dennoch mutig dieser Situation hingeben, liegt es auch an uns zu lernen, Vertrauen zu finden indem wir uns unseres Gestaltungs- und Handlungspotentials bewusst werden.

Denn “die Zukunft”, die es schon mal gar nicht im Singular gibt, sondern wohl eher Zukünfte, beschreibt keinen festgelegten vordefinierten Ort . Sie ist im Hier und Jetzt, als dass wir mit unseren heutigen Entscheidungen maßgeblich ihren Verlauf  beeinflussen. Der sich jedoch nicht linear fortschreiben lässt, sondern immer wieder die Richtung wechselt. Zukünfte sind menschengemacht, was nicht bedeutet, dass wir alles kontrollieren können, wovon vielleicht einige Unternehmen des Silicon Valley träumen. Einer solchen Hybris möchten wir uns nicht anschließen. Was Sinneswandel bewirken möchte, ist im ersten Schritt Bewusstsein. Indem wir beobachten und beschreiben was wir wahrnehmen. Sodass ein Raum entstehen kann, der eigene Gedanken zulässt. Der Kritik ermöglicht. Denn nur, wenn wir uns über die Art und Weise, wie die Welt gestaltet ist, bewusst sind, können wir eine Haltung dazu einnehmen. Und im nächsten Schritt Einfluss nehmen. Denn wir sind davon überzeugt, dass da noch viel Luft nach oben ist. Wir leben in einer Welt, die weit entfernt davon ist, sozial gerecht zu sein. Unser Umgang mit der Natur, deren Teil wir doch eigentlich sind, richtet uns schon jetzt selbst zugrunde. Der Glaube an ewiges Wachstum, ohne, dass wir uns fragen, was eigentlich wachsen sollte, scheint absurd. Kurzum, wir glaube, es ist an der Zeit, unangenehme Fragen zu stellen: In welcher Welt wir leben wollen? Als Einzelne aber vor allem als Gesellschaft?

Aus diesem Grund sprechen wir im Podcast mit Menschen, die sich in unterschiedlichen Kontexten Gedanken darüber machen, selbst aktiv einen Wandel einfordern oder eigene Konzepte und Ideen kreieren. Darunter sind Wissenschaftler:innen, Künstler:innen, Aktivist:innen, Philosoph:innen, Autor:innen und Menschen, die sich in keine dieser Kategorien einordnen lassen (wollen). Unser Wunsch ist es, dass die Gespräche mit ihnen zum Mitdenken anregen. Dabei darf und sollte alles hinterfragt werden. Denn einen Anspruch auf “absolute Wahrheit”, den haben auch wir nicht. Darum ist auch der Sinneswandel Podcast in sich ergänzungsbedürftig und verlangt nach der immer wieder aufgenommenen kritischen Deutung. Sie will die Gestalt, in der uns Traditionsbestände gegeben sind, auflösen, ihre Ansprüche hinterfragen, ihre vermeintliche Eindeutigkeit problematisieren. Gegenwart wurzelt in einem „Vergangenen, das nie gegenwärtig war“, schrieb der französische Philosophe Jacques Derrida. Und meint damit die Unmöglichkeit, in der Neubeschreibung zum vollendeten Ausdruck, zur endgültigen Identifizierung zu gelangen. Anders gesagt: Wir freuen uns über Zuhörer:innen, die auch das von uns Hervorgebrachte kritisch hinterfragen und weiterdenken. 

Wenn ich übrigens von “uns oder wir” spreche, dann meine ich damit die Redaktion, die hinter Sinneswandel steht und den Podcast produziert. Denn alleine würde ich das alles nicht wuppen. Die Recherche, Produktion und Nachbereitung von Podcast Episoden kostet nämlich eine ganze Menge Zeit und Energie. Daher bin ich sehr dankbar und froh ein Team aus freien Redakteur:innen und Autor:innen um mich zu haben. Die kommen auch immer mal selbst, z.B. in Form von Kurzessays, im Podcast zu Wort.

Apropos Zeit und Geld, an dieser Stelle möchte ich kurz darauf hinweisen, dass ihr uns finanziell unterstützen und damit (einen) Sinneswandel möglich machen könnt. Wie gesagt, stecken wir in den Podcast nicht nur Zeit sondern auch Geld. Als Fördermitglieder ermöglicht ihr meinem Team und mir die werbefreie Produktion des Podcast. Außerdem nehmen Steady Unterstützer:innen regelmäßig an Verlosungen von Büchern teil. Wie ihr Fördermitglieder werdet, steht in den Shownotes. Dort habe ich alles verlinkt. Via Paypal könnt ihr uns aber auch einmalig einen Betrag ab 1€ zukommen lassen. Das geht ganz einfach an Paypal.me/SinneswandelPodcast. Zur Mitgliederfinanzierung habe ich zudem eine eigene Episode aufgenommen, in der ich erklärt habe, weshalb wir uns gegen Werbung und für dieses Modell entschieden haben. Auch das habe ich in den Shownotes verlinkt.

Anregungen, Wünsche, Liebesbriefe jederzeit gerne an redaktion@sinneswandel.art. Das war’s ansonsten erstmal von meiner Seite. Ich hoffe, ich konnte euch einen kurzen, ersten Einblick geben, was euch in diesem Format erwarten wird. Ich danke euch fürs Zuhören und hoffe, wir hören uns bald wieder im Sinneswandel Podcast.

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