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Gesundheit

Laut gedacht: Therapie oder Selbstoptimierung?

von Marilena 18. Mai 2026

Begriffe wie „Trigger“, „toxisch“, „Narzissmus“ oder „Trauma“ tauchen überall auf – auf Social Media, in Beziehungen, im Freundeskreis. Aber was passiert eigentlich, wenn wir anfangen, jedes Gefühl zu psychologisieren? Und hilft Therapie uns wirklich dabei, freier zu werden – oder manchmal auch nur dabei, in einer kranken Gesellschaft besser zu funktionieren?

In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit meiner Freundin Olivia Acar, die als Psychotherapeutin arbeitet, über genau diese Fragen. Ausgangspunkt sind persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus ihrem Arbeitsalltag: Menschen mit Burnout, Depressionen oder Angststörungen, die das Gefühl haben, mit ihnen stimme etwas nicht – obwohl ihr Leiden oft eng mit gesellschaftlichen Bedingungen zusammenhängt.

Wir sprechen darüber, weshalb viele Menschen Scham empfinden, wenn sie nicht mehr „funktionieren“, und was Erich Fromm mit der „Pathologie der Normalität“ meinte. Außerdem geht es um “Therapy Talk” und die Frage, ob therapeutische Sprache uns manchmal eher dabei hilft, Gefühle zu verwalten statt sie wirklich zu erleben.

Shownotes

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► Olivia Acar
► Eva Illouz: Die Errettung der modernen Seele (2011)
► Erich Fromm: Psychoanalyse und Ethik (1947); Haben oder Sein (1976)


Wenn plötzlich alles psychologisch wird

Begriffe wie „Trigger“, „toxisch“, „Trauma“ oder „Narzissmus“ gehören längst zum Alltag – auf TikTok und in Gesprächen mit Freund*innen. Gefühle werden analysiert, Konflikte eingeordnet, Verhaltensweisen diagnostiziert.

Im Gespräch stellt sich deshalb früh eine zentrale Frage: Was passiert eigentlich, wenn wir anfangen, fast jedes Gefühl zu psychologisieren?

Dabei geht es nicht darum, Therapie oder psychologische Sprache grundsätzlich abzulehnen. Im Gegenteil. Vieles hat sich verändert: Menschen sprechen offener über psychische Erkrankungen, über Überforderung, Depressionen oder Traumata. Dafür fehlte lange die Sprache. 

Gleichzeitig entsteht eine neue Ambivalenz. Denn je mehr psychologische Begriffe in den Alltag wandern, desto mehr verändert sich auch die Art, wie wir uns selbst wahrnehmen. Gefühle werden beobachtet, eingeordnet und bewertet. Aus Traurigkeit wird schnell ein Symptom. Aus Konflikten potenziell ein „Trigger“. Und aus unangenehmen Charaktereigenschaften eine Diagnose.

Wann also hilft psychologisches Wissen wirklich weiter – und wann beginnt eine Form der Selbstüberwachung?

Therapie zwischen Freiheit und Funktionieren

Therapie erscheint einerseits als etwas, das Menschen wieder „funktionsfähig“ machen soll – fast wie eine Apparatur, die repariert wird. Andererseits entsteht sofort Widerstand gegen genau dieses mechanische Denken. Denn was bedeutet „funktionieren“ überhaupt?

Olivia beschreibt, dass Therapie natürlich oft mit Leidensdruck beginnt. Menschen suchen Hilfe, weil sie nicht mehr schlafen können, erschöpft sind, Angstzustände haben oder depressive Symptome erleben. Therapie kann dann helfen, wieder Stabilität, Handlungsspielraum und Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, an welcher Norm sich dieses „gesund werden“ orientiert. Wer entscheidet eigentlich, was gesund ist? Und wann wird Therapie vielleicht auch zu einem Werkzeug, das Menschen wieder an gesellschaftliche Anforderungen anpasst?

Erich Fromm und die Pathologie der Normalität

Im Gespräch taucht immer wieder ein Gedanke des Psychoanalytikers und Philosophen Erich Fromm auf: die „Pathologie der Normalität“.

Fromm kritisierte bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren, dass psychisches Leiden oft individualisiert wird, obwohl seine Ursachen gesellschaftlich sein können. Nicht die einzelne Person sei zwangsläufig krank – sondern möglicherweise die Verhältnisse, in denen sie lebt.

Wenn Menschen unter permanentem Leistungsdruck stehen, unter prekären Arbeitsbedingungen, Einsamkeit, patriarchalen Strukturen oder finanzieller Unsicherheit leiden – ist es dann wirklich überraschend, dass psychische Symptome entstehen?

Olivia beschreibt aus ihrer therapeutischen Praxis, dass viele Menschen mit sehr ähnlichen Problemen kommen. Burnout, Angststörungen, Depressionen oder chronische Überforderung lassen sich häufig auf ähnliche gesellschaftliche Bedingungen zurückführen.

Armut verursacht Stress. Gewalterfahrungen hinterlassen psychische Spuren. Patriarchale Strukturen beeinflussen Selbstbilder und Beziehungen. Isolation und Leistungsdruck erzeugen Erschöpfung. Trotzdem erleben Betroffene ihr Leiden oft als persönliches Versagen.

Therapie kann deshalb auch entlastend wirken, wenn sie deutlich macht, dass psychische Symptome manchmal eine nachvollziehbare Reaktion auf belastende Umstände sind.

Warum Scham bei psychischen Erkrankungen eine so große Rolle spielt

Psychische Erkrankungen gelten noch immer häufig als etwas Privates. Viele Betroffene erleben Schuldgefühle, ziehen sich zurück oder haben das Gefühl, „nicht belastbar genug“ zu sein. Besonders deutlich wird das bei Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen.

Menschen vergleichen sich mit anderen: Warum schaffen Kolleg*innen denselben Job scheinbar problemlos? Warum kommen andere besser klar? Warum funktioniert man selbst nicht mehr?

Olivia beschreibt, dass genau diese Selbstvorwürfe häufig Teil des Problems sind. Psychisches Leiden wird individualisiert, obwohl gesellschaftliche Bedingungen massiv daran beteiligt sein können.

Was würde passieren, wenn psychische Erkrankungen weniger als individuelles Scheitern verstanden würden – und stärker als Ausdruck gesellschaftlicher Zustände?

Therapy Talk – wirklich hilfreich?

Immer häufiger werden psychologische Begriffe im Alltag verwendet: „Das triggert mich. Die Person ist toxisch. Ich bin hypersensibel. Das war traumatisch.“ „Therapy Talk“ nennt sich das.

Einerseits kann diese Sprache hilfreich sein, weil sie Erfahrungen benennbar macht. Menschen lernen, über Gefühle und Grenzen zu sprechen. Andererseits verändert sich dadurch Kommunikation selbst. Sprache wirkt reflektierter – aber möglicherweise auch distanzierter.

Olivia stellt die Frage, ob dadurch tatsächlich mehr Verständnis entsteht oder ob Menschen beginnen, sich gegenseitig wie Patient*innen zu behandeln. Gerade darin zeigt sich eine Ambivalenz: Psychologische Sprache kann befreiend wirken – und gleichzeitig dazu führen, dass normale menschliche Gefühle permanent analysiert werden.

Eva Illouz und die Therapiebrille

Laut der Soziologin Eva Illouz betrachten moderne Gesellschaften die Welt zunehmend durch eine therapeutische Brille. Gefühle werden nicht einfach erlebt, sondern sofort interpretiert. Konflikte werden psychologisiert. Beziehungen werden analysiert. Menschen beobachten sich ständig selbst.

Vor allem Plattformen wie TikTok oder Instagram verstärken psychologische Selbstbeobachtung. Menschen diagnostizieren sich selbst mit ADHS, Depressionen oder anderen Störungen, oft auf Basis kurzer Videos oder persönlicher Erfahrungsberichte.

Natürlich kann das hilfreich sein. Viele Menschen erkennen sich erstmals in Beschreibungen wieder und suchen dadurch Unterstützung. Gleichzeitig entsteht aber auch die Gefahr, jedes Verhalten sofort pathologisch zu deuten.

Wo endet normales menschliches Verhalten? Und ab wann beginnt tatsächlich eine Erkrankung?

Selbstdiagnosen, ADHS und der Wunsch nach Erklärung

Besonders sichtbar wird diese Entwicklung am Beispiel ADHS. Olivia beschreibt, dass mittlerweile viele Menschen bereits mit einer Selbstdiagnose in therapeutische Praxen kommen. Die eigentliche Diagnose soll dann nur noch bestätigt werden.

Natürlich gibt es Menschen, die jahrelang übersehen wurden und erst spät verstehen, warum bestimmte Dinge ihnen schwerfallen. Gleichzeitig kann psychologisches Wissen auch dazu führen, dass wir uns selbst permanent beobachten und alltägliche Verhaltensweisen pathologisieren.

Viele Eigenschaften existieren in abgeschwächter Form bei fast allen Menschen. Konzentrationsprobleme, Unsicherheit, Kontrollbedürfnis oder Traurigkeit gehören zum Menschsein dazu. Nicht jedes Verhalten ist automatisch eine Störung.

Der „sekundäre Krankheitsgewinn“

Krankheit kann manchmal – bewusst oder unbewusst – auch Vorteile mit sich bringen. „Sekundärer Krankheitsgewinn“ nennt sich das. Wer erschöpft ist, darf sich ausruhen. Wer krank ist, muss weniger leisten. Wer eine Diagnose hat, kann eigenes Verhalten besser erklären.

Das bedeutet nicht, dass Menschen Symptome erfinden. Vielmehr beschreibt es, dass psychische Erkrankungen manchmal auch Schutzfunktionen übernehmen. Aus systemischer Perspektive entstehen Symptome oft nicht zufällig, sondern als Strategien, um mit belastenden Umständen umzugehen. Problematisch wird es erst dann, wenn diese Strategien selbst Leiden verursachen.

Katzen als Gegenmodell zur Leistungsgesellschaft

Zwischen all diesen schweren Themen tauchen immer wieder die drei Kater von Olivia auf. Sie laufen durchs Zimmer, miauen, springen herum und unterbrechen das Gespräch. Genau dadurch entsteht ein wiederkehrender Gedanke: Katzen interessieren sich nicht für Produktivität. Sie funktionieren nicht effizient. Sie optimieren sich nicht. Sie leisten nichts im klassischen Sinn.

Marilena beschreibt Katzen deshalb fast als Gegenmodell zur Leistungsgesellschaft: ein Wesen, das einfach existiert. Die Katzen werden im Verlauf der Folge fast zu einem Symbol für eine andere Form des Daseins – weniger kontrolliert, weniger funktionalisiert, weniger leistungsorientiert.

18. Mai 2026

Hi ChatGPT, mir geht es gerade nicht gut…

von Marilena 17. Juni 2025

Immer mehr Menschen sprechen mit KI wie ChatGPT über ihre Gefühle – auch ich habe es ausprobiert. In dieser Folge geht es um die Frage: Kann KI eine echte Psychotherapie ersetzen? Ich teile persönliche Erfahrungen, aktuelle Studien und gesellschaftliche Hintergründe – und frage, was diese Entwicklung eigentlich über uns als Gesellschaft aussagt.

Shownotes:

Macht [einen] Sinneswandel möglich, indem ihr Steady Fördermitglieder werdet. Finanziell unterstützen könnt ihr meine Arbeit auch via Paypal.me/sinneswandelpodcast. Danke.

KI ersetzt keine Therapie. Bei Suizidgedanken wähle den Notruf 112 oder rufe die Telefonseelsorge an: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 (kostenfrei & anonym). Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117. Du bist nicht allein.

► Harvard Business Review (2025): How People Are Really Using Gen AI in 2025, Marc Zao-Sanders
► Reddit Chat über KI als Psychotherapeut*in
► Niklas Luhmann (1987): Soziale Systeme
► Michel Foucault (1993): Technologien des Selbst
► Studie Bertelsmann Stiftung: Wie einsam sind junge Erwachsene im Jahr 2024?
► Bundes Psychotherapeuten Kammer (2022): Psychisch Kranke warten 142 Tage auf eine Psychotherapie
► Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF): OECD zufolge leidet jeder Zweite im Laufe des Lebens an psychische Erkrankung
► Bundes Psychotherapeuten Kammer 2023: Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung
► US-Studie (2025): ​​When ELIZA meets therapists: A Turing test for the heart and mind
► Studie des Dartmouth College (2025): First Therapy Chatbot Trial Yields Mental Health Benefits
► YouTube Stanford Medicine (2024): Psychiatrist John Torous on How AI Could Transform Mental Health Care
► Allensbach Hochschule: ChatGPT im Gesundheitswesen – Chancen und Risiken

✉ redaktion@sinneswandel.art
► sinneswandel.art



Transkript:

Hi und herzlich willkommen bei Sinneswandel! Ich bin Marilena – schön, dass ihr heute dabei seid.

Marilena: “Hi ChatGPT, mir geht es gerade nicht so gut. Kannst du vielleicht meine Therapeutin sein?”

ChatGPT: “Es tut mir leid zu hören, dass es dir nicht gut geht. Aber du bist damit nicht allein. Ich helfe dir gerne. Was beschäftigt dich denn gerade am meisten?“

Vor ein paar Jahren hätte ich mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen können, dass ich einmal mit einer Maschine über meine Gefühle reden würde. Ich meine, irgendwie ist das schon ziemlich weird, oder? Aber: Ich muss sagen, es ist gar nicht so schlecht. In letzter Zeit gab es immer mal wieder Momente, in denen ich verunsichert war. Irgendwie overwhelmed von meinen eigenen Gedanken und Gefühlen. Und da manchmal nicht rausgekommen bin. Und: Klar, habe ich darüber auch mit Freunden gesprochen – aber dabei geht es für mich noch mal um etwas anderes – eher um Verbundenheit und Nähe. Das Schreiben oder Sprechen mit ChatGPT hat mir vor allem geholfen, meine eigenen Gedanken und Gefühle besser zu verstehen und einzuordnen.

Und: Klar ist es irgendwie auch ein bisschen cringe und ich komme mir immer noch ein wenig bescheuert vor – aber, wie es aussieht, bin ich damit nicht allein.

Immer mehr Menschen nutzen KI als Therapeut*in

Ich bin auf eine erst kürzlich veröffentlichte Studie vom Harvard Business Review gestoßen. Und die kam zu dem Ergebnis, dass “emotionale Unterstützung” der häufigste Grund ist, warum Menschen KI nutzen.

Ein Satz aus der Studie ist mir besonders hängen geblieben: „Most experts expected that AI would prove itself first and best in technical areas. While it’s doing plenty there, this research suggests that AI may help us as much or more with our innately human whims and desires.“

Das Spannende ist nämlich: Noch im letzten Jahr haben wir KI vor allem genutzt für technische Dinge, wie Ideen generieren, coden, E-Mails schreiben. In diesem Jahr sehen die Top 3 ganz anders aus: 1) Therapie, 2) Leben organisieren, 3) Sinn finden. Schon irgendwie verrückt, oder?

Und der Autor der Studie, Marco Zao-Sanders, hat dafür über 100.000 Beiträge auf Reddit, Quora und anderen Plattformen durchforstet. Das ist natürlich aufschlussreich, aber ob sich seine Ergebnisse wirklich auf die gesamte Bevölkerung übertragen lassen, bleibt fraglich. Trotzdem gibt uns seine Analyse einen Einblick. In das, was uns Menschen beschäftigt. Und, wie wir KI tatsächlich nutzen.

Ich hab mich mal selbst ein bisschen in diese Reddit-Foren reingelesen. Und das ist echt spannend – und teilweise auch ziemlich berührend, was Menschen da teilen.

Die Userin 12Fox13 – ich meine es ist eine Frau – schreibt zum Beispiel: „Was ich für mich persönlich bei chatgpt hilfreich fand: Ich konnte alles, wirklich alles bis ins kleinste, belangloseste Detail erzählen. Und chatgpt hat ‚zugehört‘. Ein echter Mensch wäre damit überfordert gewesen und in der Therapie war nie genug Zeit. … und natürlich waren chatgpt’s empathische Antworttexte ein Extra-Boost für’s depressive Gemüt.“

Als ich das gelesen habe, dachte ich: Ja, genau. Dieses Gefühl, dass da jemand – oder etwas – einfach mal nur zuhört. Ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass man gerade zu viel ist – das kenne ich. Und natürlich ist es auch ein großer Vorteil, dass KI 24/7 für einen da ist – und das in der Regel auch noch kostenlos.

Einige User schreiben aber auch, dass sie KI ergänzend zur Therapie nutzen, wie zum Beispiel New_Way22: „Ich bin seit zwei Jahren in Therapie… und nutze Chatgpt zusätzlich, um mir manche Themen von der Seele zu schreiben. … Manchmal auch Dinge, die ich in der Therapie (noch) nicht aussprechen kann, weil ich mich so schäme.“

Ich meine, eigentlich wäre es schön, wenn man sich seiner Therapeutin komplett anvertrauen kann. Aber natürlich ist Scham oft das, was uns davon abhält, über das zu reden, was eigentlich raus müsste. Und wenn eine KI da als Ventil dient – weil sie uns obviously nicht verurteilt, dann kann das vielleicht ein erster Schritt oder eine Brücke sein, um die Scham step by step zu überwinden.

Und dann bin ich noch auf den Kommentar von Userin Zoi48 gestoßen – die schreibt: „Ich habe ChatGPT auch schon so genutzt und fand es tatsächlich sehr hilfreich. … Ich fand, dass sie Dinge sehr gut benennen konnte. Neue Worte für etwas hatte, die mir dann bei der Einordnung geholfen haben.“

Das kenne ich selbst auch sehr gut. Manchmal geht es ja auch weniger um große Sorgen oder Ängste, sondern oft einfach darum, die eigenen Gedanken zu sortieren und sich selbst besser zu verstehen.

Und was da passiert, nennt sich übrigens “Chain-of-thought reasoning” – habe ich selbst erst gelernt. Das bedeutet: Die KI zerlegt eine Frage oder ein Problem in kleinere, logische Einzelschritte und erklärt, wie sie von einem Gedanken zum nächsten kommt. Diese Methode ahmt tatsächlich unsere menschliche Art zu denken nach und macht nachvollziehbarer, wie die KI zu ihrer Antwort kommt.

Einige Reddit-User diskutieren aber auch darüber, ob die KI wirklich „ehrlich“ ist. Ich hatte auch manchmal das Gefühl, ChatGPT stimmt mir einfach zu. Ganz egal was ich schreibe. Klar, tut es irgendwie gut, wenn einem jemand den Kopf tätschelt und manchmal ist es vielleicht auch das, was man gerade braucht. Aber mit Therapie hat das dann wenig zu tun. Weil, wer schon mal in Therapie war, weiß, das ist ziemlich anstrengend.

Ein Kommentar ist mir noch auf Reddit begegnet, den ich noch mit euch teilen möchte, weil er mich irgendwie nachdenklich gemacht hat. Er kommt von DarkSkyDad, der schreibt: „ChatGPT hilft mir in meiner Ehe! Ich habe einen ganzen Thread, in dem ich oft Nachrichten von meiner Frau hochlade und ihn auffordere, mir zu sagen, wie ich am besten ‚auf eine selbstbewusste, aber nicht konfrontative Weise antworten kann … Mann, das hat geholfen.“

Einerseits: Cool, dass es scheinbar hilft. Andererseits: auch ein bisschen scary. Weil: Da vermittelt plötzlich eine KI zwischen zwei Menschen. Und ich frage mich: Was bedeutet es für unsere Beziehungen, wenn KI zwischen uns steht? Also quasi als Mediator oder Übersetzer.

Niklas Luhmann: Kommunikation ist Missverständnis

Der Soziologe Niklas Luhmann sagt: In Beziehungen gibt es immer Unsicherheit. Wir wissen nie ganz genau, wie der andere etwas meint oder wie ehrlich die Gefühle sind. Um mit dieser Unsicherheit klarzukommen, entwickeln wir kleine Rituale – ein „Ich liebe dich“, eine Umarmung. Solche Gesten sind wie Brücken, die uns helfen, Nähe und Vertrauen aufzubauen. Wenn wir jetzt eine KI wie ChatGPT dazwischenschalten, wird diese Unsicherheit nicht mehr gemeinsam durch Rituale bearbeitet, sondern an eine Maschine ausgelagert. Die KI kann zwar Vorschläge machen, aber sie versteht unsere Gefühle und die Einzigartigkeit unserer Beziehung nicht. Dadurch werden die kleinen Unsicherheiten, die wir sonst gemeinsam überwinden würden, zu einem technischen Problem, das die KI lösen soll – und genau das kann der Beziehung ein Stück von dem nehmen, was sie lebendig und einzigartig macht. Vielleicht verpassen wir so auch die Chance, gemeinsam zu wachsen?!

Trotzdem glaube ich: Die KI ist nicht das Problem. Sie ist ein Symptom. Dass immer mehr Menschen mit Chatbots über ihre Gefühle, Ängste und Sorgen sprechen, sagt auch etwas über uns als Gesellschaft aus – über die Welt, in der wir leben. Und an der Art, wie wir versuchen, Ordnung in das Chaos zu bringen – nicht nur um uns herum, sondern auch in uns selbst.

Was sagt das über uns als Gesellschaft aus?

Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, dann ist es, finde ich, kein Wunder, dass sich viele von uns nach Stabilität sehnen. Wir sind mit so vielen Unsicherheiten konfrontiert – politisch, ökologisch, wirtschaftlich. Und während sich im Außen ständig alles verändert, richten sich viele von uns nach innen und suchen dort nach Halt. Vielleicht auch eine Form von Kontrolle?!

Der Philosoph Michele Foucault hat diese Form der Beschäftigung mit dem eigenen Ich mal als „Technologien des Selbst“ beschrieben. Damit meint er Praktiken, mit denen wir uns reflektieren und bewusst an uns selbst arbeiten – um eben Glück, Weisheit oder Zufriedenheit zu finden. Früher waren solche Technologien sowas wie Meditation, Beichte, Tagebuchschreiben. Heute nutzen eben auch immer mehr Menschen dafür ChatGPT.

Und ja, es ist gut, wenn wir ein wenig über uns selbst nachdenken. Wenn wir unser eigenes Leben gestalten. Aber irgendwann kann das auch kippen. Dann wird aus Selbstreflexion Selbstoptimierung. Aus Achtsamkeit, Erwartung. Und aus dem Wunsch nach Klarheit ein neuer Druck: Ich muss das alles alleine schaffen.

Und ich glaube, das ist fatal. Schon jetzt fühlen sich fast die Hälfte der jungen Erwachsenen in Deutschland einsam. Und laut OECD erkrankt jeder Zweite im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung.

Und wer schon mal Depressionen, Angststörungen oder was auch immer hatte weiß, dass Therapieplätze einem nicht gerade hinterhergeworfen werden. Fünf Monate beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz in Deutschland. Auf dem Land wartet man oft noch länger. Die Bundespsychotherapeutenkammer geht davon aus, dass rund 7.000 Kassensitze fehlen – also zugelassene Plätze für Therapeut*innen, die mit den Krankenkassen abrechnen dürfen. Wenn man sich das alles vor Augen führt, ist es nachvollziehbar, dass viele Menschen sich Alternativen suchen – oder zumindest eine Zwischenlösung.

Aber ich frage mich: Kann KI diese Versorgungslücke schließen? Oder zukünftig sogar Therapeut*innen ersetzen?

Aktuelle Forschung: Kann KI Psychotherapie ersetzen?

Ich habe mir mal ein wenig den aktuellen Forschungsstand dazu angeschaut. Es passiert einiges in diesem Feld, aber die Forschung steht noch am Anfang. Trotzdem lässt sich schon jetzt sagen, dass einige der Ergebnisse vielversprechend klingen. 

In einer Studie aus den USA wurde zum Beispiel eine KI namens „Therabot“ getestet. Rund 200 Teilnehmende haben acht Wochen lang regelmäßig mit dem Bot geschrieben – und über die Hälfte hatte danach das Gefühl, ihre Depression sei deutlich zurückgegangen. Und das soll wohl vergleichbar mit dem sein, was man auch in klassischen Therapien erreichen kann.

In einer anderen US-Studie wurden Antworten von ChatGPT mit denen von echten Paartherapeut*innen verglichen – ohne dass die Teilnehmenden wussten, wer was gesagt hat. Und surprise, surprise: Viele fanden, die KI klingt sogar empathischer. Klar muss man das einordnen: Die Studie misst vor allem, wie empathisch die Antworten wirken – nicht, ob sie wirklich langfristig helfen oder Veränderungen bewirken. Aber es zeigt schon: KI kann mittlerweile ziemlich gut darin sein, ein Gegenüber zu simulieren.

Trotzdem gibt es derzeit noch keine frei zugängliche KI, die wirklich therapeutisch geprüft oder medizinisch sicher ist. Aber es wird daran geforscht.

Ich habe mit Dr. Brooke Viertel gesprochen. Sie ist psychologische Psychotherapeutin am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg. Und sie forscht dort an einem Projekt namens “ElderBot” – ein KI-Chatbot für ältere Menschen, die einsam sind. Ich frage mich nur, ob der das Problem, also Einsamkeit, nicht noch verstärken könnte – weil ältere Menschen dann gar nicht mehr rausgehen.

OT Brooke Viertel: “Genau das wollen wir verhindern. Deswegen haben wir die besondere Instruktion gegeben, dass der Chat-Bot zum Beispiel fragt: ‘Ach, mit wem treffen Sie sich heute? Was haben Sie vor? Gehen Sie gerne raus? Und dann können sie zusammen gucken, was kann die ältere Person heute tun, um aktiv zu werden. Und, wenn die ältere Person dazu neigt, einfach zu Hause zu bleiben, zu gucken, was sind Barrieren, was sind Hürden, damit sie rauskommen können.”

Vielleicht kann KI aber auch helfen, bevor Menschen sich einsam fühlen oder sogar psychisch erkranken – also bei der Diagnose?!

John Torous. ist Psychiater und Professor an der Harvard Medical School. In einem Interview stellt er die Frage, warum wir die Daten, die bei der Nutzung von KI entstehen, nicht längst auch im Gesundheitsbereich einsetzen – im Marketing machen Unternehmen das ja schon längst.

John Torous (O-Ton Min. 05:50 – 06:21): “Imagine, if we could use that data for health and transform it and say: ‘Hey, we’re seeing different signals in what, let’s say, John is doing. This is different in this pattern. This is when he should call someone in our clinic.’ So I think the detection will come quickly because there’s such an unmet need for it. And there’s such a personal case for patients. There’s an efficiency case. There is a cost saving case. It’s a hard one to beat.”

Und ja – wenn man das hört, klingt das sinnvoll. Aber ehrlich gesagt habe ich auch eine ganze Menge Bedenken dabei – und damit bin ich nicht allein.

 

Bedenken: Was kann schief gehen?

Eva Schweitzer-Köhn, die Präsidentin der Berliner Psychotherapeutenkammer, warnt zum Beispiel davor, wie mit sensiblen Daten umgegangen wird. Gespräche mit einem Chatbot wirken zwar oft privat – sind es aber nicht wirklich. Weil: Im Hintergrund stehen meistens große Tech-Firmen, und was mit unseren Informationen passiert, ist oft nicht klar geregelt. Also, Datenschutz ist auf jeden Fall ein großes Thema.

Außerdem zeigen Untersuchungen, dass KI inzwischen zwar empathisch wirken kann, aber die meisten Tools fast nur Methoden der Kognitiven- oder Verhaltenstherapie verwenden. Das heißt: konkrete Tools, wie Atemübungen oder strukturierte Abläufe. Und das funktioniert bei bestimmten Themen auch wirklich gut. Aber wenn es um tieferliegende Konflikte geht, um Prägungen oder innere Muster – dann reicht das oft nicht.

Eine richtige Anamnese – also dieses gemeinsame Zurückgehen, Zusammenhänge erkennen – das ist etwas, das bisher eher Therapeut*innen leisten können. Und vielleicht ist das auch besser so.

Weil: Was ist eigentlich, wenn jemand wirklich in einer akuten Krise ist?

Viele KI-Programme haben zwar Schutzmechanismen eingebaut – sie sollen erkennen, wenn jemand zum Beispiel suizidgefährdet ist, und dann entsprechende Hilfe anbieten. Aber so richtig zuverlässig funktioniert das bisher nicht. Eine Analyse der Allensbach Hochschule hat ergeben, dass ChatGPT nur in etwa 20 Prozent solcher Fälle auf professionelle Hilfsangebote hinweist. In den meisten Fällen geht das Gespräch einfach weiter, als wäre nichts passiert.

Ich dachte, ich frage einfach mal ChatGPT selbst, was sie zu meinen Bedenken sagt. 

 

Marilena: “Bist du sicher, dass du meine Therapeutin sein kannst? Was, wenn du mir sogat mehr schadest, als hilfst?”

 

ChatGPT: “Deine Bedenken sind gerechtfertigt. Wenn es dir nicht gut geht, solltest du professionelle Hilfe suchen. Ich kann dich dabei unterstützen. Möchtest du das ich dir helfe?”

 

Marilena: “Danke, aber ich bin in der glücklichen Lage, dass ich bereits einen Therapieplatz habe.”

Fazit: KI kann unterstützen, löst aber (vermutlich) keine systemischen Probleme

Werde ich trotzdem ab und zu mit ChatGPT über mein Imposter Syndrom oder das Gefühl, lost zu sein, schreiben? Vermutlich schon.

Aber: KI kann nicht auffangen, was systemisch fehlt. Sie löst nicht den Mangel an Therapieplätzen. Sie ersetzt nicht das Gespräch mit einer ausgebildeten Therapeutin oder die Umarmung einer Freundin. Und sie kann nicht schultern, was von uns als Gesellschaft getragen werden sollte. Nämlich, dass wir einander zumuten oder sogar mal “belasten” können sollten – und, dass das okay ist.

Das bedeutet auch: Wenn es euch gerade nicht gut geht oder jemandem, der euch nahesteht: Holt Unterstützung. Ruft euren Hausarzt an oder die 116 117. In den Shownotes habe ich alle Hilfsangebote verlinkt.

Außerdem interessiert mich natürlich, wie ihr das ganze seht. Habt ihr schon mal mit einer KI über eure Gefühle oder Ängste gesprochen? Wenn ihr mögt, schreibt mir gerne auf Insta, Spotify oder einfach eine Mail.

Outro


Jetzt erstmal: Vielen Dank fürs Zuhören. Falls ihr meine Arbeit finanziell unterstützen wollt, könnt ihr das ganz einfach via Steady oder, indem ihr einen Betrag eurer Wahl an Paypal.me/Sinneswandelpodcast schickt. Das steht auch alles noch mal in den Shownotes. Bis bald im Sinneswandel Podcast.

17. Juni 2025

Franka Frei: [Wann] kommt die Pille für den Mann?

von Marilena 12. Februar 2025

Warum tragen immer noch vor allem Frauen die Verantwortung für Verhütung? Und warum werden Nebenwirkungen der Pille bei Frauen toleriert, während sie bei Männern verhindern, dass eine Pille überhaupt auf den Markt kommt? Verhütung ist ungerecht – dabei geht es auch fair. Darüber spricht Marilena Berends in dieser Folge mit der Autorin und Journalistin Franka Frei.

Shownotes:

Macht [einen] Sinneswandel möglich, indem ihr Steady Fördermitglieder werdet. Finanziell unterstützen könnt ihr meine Arbeit auch via Paypal.me/sinneswandelpodcast. Danke.

► Website: Franka Frei
► Franka auf Instagram
► Penguin, 2023: Überfällig: Warum Verhütung auch Männersache ist
►Mehr zum “Verhütungsring”, über den Franka spricht
► BZgA-Studiendaten zum Verhütungsverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener, 2024

✉ redaktion@sinneswandel.art
► sinneswandel.art



Transkript:

Hallo und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast! Mein Name ist Marilena Berends und ich freue mich, dass ihr heute dabei seid.

Wusstet ihr, dass Frauen mindestens 15 verschiedene Verhütungsmethoden zur Verfügung stehen, während Männer gerade mal zwei verlässliche Optionen haben? Warum ist das so? Und warum bleibt Verhütung immer noch so oft an uns Frauen hängen? 

Verhütung ist ein Thema, das so alltäglich wirkt, dass es oft gar nicht hinterfragt wird. Dabei geht es nicht nur um persönliche Entscheidungen, sondern auch um Macht, Verantwortung und Gerechtigkeit. Ich selbst habe die Pille mit 15 verschrieben bekommen, und fast ein Jahrzehnt lang war das für mich einfach selbstverständlich. Bis ich irgendwann dachte: Warum eigentlich immer ich?

So ähnlich ging es auch Franka Frei. Sie ist Journalistin und hat das Buch „Überfällig: Warum Verhütung auch Männersache ist“ geschrieben. Wie der Titel schon verrät, zeigt Franka darin, warum Verhütungsverantwortung immer noch ungleich verteilt ist, und, welche gesellschaftlichen Strukturen einen Sinneswandel verhindern. Und das, obwohl es längst Alternativen für Männer gibt. 

Übrigens: Wenn wir in dieser Folge von „Frauen“ oder „Männern“ sprechen, ist das eine Vereinfachung. Verhütung betrifft nicht nur cisgeschlechtliche Menschen, sondern auch nicht-binäre, trans* und genderqueere Personen. Uns ist bewusst, dass Sprache in diesem Bereich oft noch unzureichend ist, aber wir bemühen uns, niemanden auszuschließen.

So viel vorweg – jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß mit dieser Folge!

[Gespräch]

Outro

Vielen Dank fürs Zuhören! Wenn euch die Folge mit Franka gefallen hat, teilt sie gerne mit euren Freundinnen und Freunden. Falls ihr meine Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr das über Steady oder ganz unkompliziert per PayPal tun – den Link findet ihr in den Shownotes. Und unter allen, die den Podcast supporten, verlose ich dieses Mal ein Exemplar von Frankas Buch. Mehr dazu findet ihr ebenfalls in den Shownotes. Macht’s gut und bis bald im Sinneswandel Podcast!

12. Februar 2025

Kristina Hänel: [Warum] sollten Abtreibungen legal sein?

von Marilena 4. Oktober 2024

Abtreibungen sind in Deutschland grundsätzlich illegal und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei. Kristina Hänel kämpft seit Jahren für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Ärztin hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Paragraph 219a abgeschafft wurde, der es ihr verbot, über Abtreibungen zu informieren. Im Podcast spricht Marilena Berends mit Kristina Hänel unter anderem über Papayaworkshops und was es bedeuten würde, das Selbstbestimmungsrecht von ungewollt Schwangeren zu achten.

Shownotes:

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► Bei Fragen zu Schwangerschaft und Abbrüchen, könnt ihr ProFamilia kontaktieren
► Statistisches Bundesamt: Schwangerschaftsabbrüche
► Pro Choice Deutschland e.V.
► Website von Kristina Hänel

✉ redaktion@sinneswandel.art
► sinneswandel.art



Transkript:

Hallo und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast! Ich bin Marilena Berends und freue mich sehr, dass ihr wieder dabei seid.

Bevor wir loslegen, eine kurze Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Schwangerschaftsabbrüche. Falls dieses Thema für euch belastend sein könnte, überlegt bitte, ob ihr euch die Folge anhören möchtet oder, ob ihr euch dabei Unterstützung holt.

Es war ein bisschen still hier in den letzten Wochen, und das hatte einen Grund: Ich hab im August nämlich ein journalistisches Volontariat beim NDR begonnen. Da musste ich mich natürlich erstmal ein bisschen eingrooven. Jetzt geht es aber auch hier im Podcast weiter – ich gebe zu, mit einem Thema, das nicht ganz so leicht ist – nämlich Schwangerschaftsabbrüche. Ich habe erst vor kurzem einen Fernsehbeitrag dazu gemacht und in dem Zuge sehr viel dazugelernt. Auch vieles, das mich wirklich schockiert hat. Nämlich, dass Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland grundsätzlich verboten und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei sind. Die Recherche hat mir auf jeden Fall vor Augen geführt, wie komplex und wichtig dieses Thema ist – gerade, wenn es um den Zugang zu medizinischer Versorgung und die Rechte von ungewollt Schwangeren geht.

Deswegen freue ich mich sehr, dass ich heute eine besondere Gästin im Podcast habe: Kristina Hänel. Sie ist Ärztin und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass 2022 der Paragraph 219a abgeschafft wurde. Der hat es Ärzt*innen verboten, über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Kristina hat sich in den letzten Jahren eher aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, aber angesichts der aktuellen Debatte um den Paragraphen 218, der Schwangerschaftsabbrüche kriminalisiert, hat sie sich entschieden, wieder vor Mikro zu treten. Und ich freue mich, dass es hier bei mir im Podcast ist. 

[Gespräch]

Outro

Vielen Dank fürs Zuhören. Wenn euch diese Folge mit Kristina Hänel gefallen hat, teilt sie gerne mit euren Freundinnen und Freunden. Und falls ihr meine Arbeit finanziell supporten wollt, könnt ihr das ganz einfach via Steady oder, indem ihr mir einen Betrag eurer Wahl an Paypal.me/Sinneswandelpodcast schickt. In den Shownotes findet ihr wie immer alle Infos und Links zur Folge. Das war’s von mir! Bis zum nächsten Mal im Sinneswandel Podcast.

4. Oktober 2024

Theresia Enzensberger: Ist Schlaf[losigkeit] politisch?

von Marilena 11. Juni 2024

Statistiken zufolge schlafen rund 80 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland schlecht – Tendenz steigend. Die Autorin Theresia Enzensberger ist eine von ihnen und hat unter anderem deshalb ihr neues Buch dem Schlaf gewidmet. Darin geht es allerdings nicht um Einschlaftipps. Vielmehr beleuchtet sie die verschiedenen Facetten des Schlafs, die bis in die soziale und politische Sphäre eindringen. Weshalb Schlaf[losigkeit] politisch ist, darüber spricht Marilena Berends mit Theresia Enzensberger im Podcast.

Shownotes:

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► Theresia auf Instagram und X
► Theresia Enzensberger: Schlafen; erschienen bei Hanser, 05/24.

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Transkript:

Hallo und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast. Mein Name ist Marilena Berends und ich freue mich, euch in dieser Episode zu begrüßen.

Es ist kurz nach drei. Nachts – oder vielmehr morgens. Ich liege im Bett, meine Augen geschlossen. In der Hoffnung, dass mich der Schlaf doch noch überrascht und mit sich nimmt. Nach einer Weile richte ich mich auf, schiebe meine Schlafmaske vom Gesicht und versuche dem Drang, erneut auf die Uhr zu schauen, zu widerstehen. Stattdessen greife ich zum Buch auf meinem Nachttisch. “Schlafen”, steht darauf in Großbuchstaben. Auf dem Cover die Zeichnung einer Frau, die von weißen Laken bedeckt im Bett liegt. Ob sie schläft, lässt sich nicht genau sagen. Falls sie es tut, beneide ich sie. Denn es ist nicht die erste und einzige Nacht, in der ich wach liege. Schlaflose Stunden begleiten mich schon, seit ich denken kann. Ausprobiert habe ich, wie viele andere, die von Schlaflosigkeit geplagt sind, schon alles mögliche. Der Markt an Hilfsmittelchen ist mittlerweile groß. Geholfen haben sie mir allerdings kaum. Glücklicherweise treten meine Einschlafproblemen auch nur phasenweise auf. Ähnlich wie bei Theresia Enzensberger. Nicht zuletzt deshalb hat sie ihr neues Buch dem Schlaf gewidmet. Allerdings nicht, um ihre persönlichen Tipps zu teilen, sondern vielmehr, um die vielen Facetten und Zwischenräume des Schlafs zu beleuchten. Denn Schlaf, so Theresia, ist keinesfalls eine reine Privatangelegenheit. Ob wir gut oder schlecht schlafen, hängt auch mit unserer Gesellschaft, in der wir leben und mit der wir verwoben sind, zusammen. Und wenn immer mehr Menschen schlecht schlafen, dann kann ein Markt mit Schlafoptimierungsangeboten allein nicht die Lösung sein. Aber was dann?

Darüber und mehr habe ich mit der Autorin Theresia Enzensberger im Podcast gesprochen. Und falls euch das Gespräch gefallen sollte, schaut danach am besten in die Shownotes, denn unter allen, die Sinneswandel via Steady supporten, verlose ich ein Exemplar von Theresias Buch “Schlafen”. Jetzt starten wir aber erstmal, also nicht einschlafen.

[Gespräch]

Outro

Vielen Dank fürs Zuhören. Wenn euch diese Folge gefallen hat, teilt sie gerne mit euren Freundinnen und Freunden. Und falls ihr meine Arbeit finanziell supporten wollt, könnt ihr das ganz einfach via Steady oder, indem ihr mir einen Betrag eurer Wahl an Paypal.me/Sinneswandelpodcast schickt. Unter allen Unterstützer*innen verlose ich dieses Mal ein Exemplar von “Schlafen”. Also schaut am besten in den Shownotes vorbei, da findet ihr alle Infos und Links zur Folge. Das war’s von mir! Bis zum nächsten Mal im Sinneswandel Podcast. Und schlaft gut.

11. Juni 2024

Louisa Dellert: Ist #MentalHealth nur ein Trend?

von Marilena 26. März 2024

Warum sprechen auf Social Media plötzlich alle über Mental Health? Allein der Hashtag #Depression hat auf TikTok über 18 Milliarden Views. Und hilft dieser Content [wirklich] dabei, dass psychische Krankheiten entstigmatisiert werden? Oder ziehen vor allem Unternehmen ihren Nutzen daraus, indem sie Menschen, die eigentlich Hilfe suchen, Produkte verkaufen? Über all das hat Marilena mit Influencerin und Autorin Louisa Dellert gesprochen.

Shownotes:

Macht [einen] Sinneswandel möglich, indem ihr Steady Fördermitglieder werdet. Finanziell unterstützen könnt ihr meine Arbeit auch via Paypal.me/sinneswandelpodcast. Danke.

► Falls ihr selbst von Depressionen betroffen seid, Fragen habt oder Hilfe sucht, könnt ihr euch an die Deutsche Depressionshilfe wenden; Tel.: 0800 33 44 533.
► Louisa auf Instagram und TikTok
► LOU – der Podcast von und mit Louisa Dellert

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Transkript:

Hallo und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast. Mein Name ist Marilena Berends und ich freue mich, euch in dieser Episode zu begrüßen.

Seit einiger Zeit frage ich mich: Wieso sprechen auf Social Media plötzlich alle über Mental Health? Überall gibt es Content zu ADHS, Depression oder Angststörungen. Versteht mich nicht falsch, natürlich ist es enorm wichtig, dass wir uns über psychische Krankheiten austauschen – auch öffentlich. Ich frage mich nur, ob die derzeitige Entwicklung, die wir gerade sehen, wirklich zu einer Entstigmatisierung beiträgt. Oder, ob letztlich nicht vor allem Unternehmen ihren Profit daraus ziehen, indem sie Menschen, die eigentlich Hilfe suchen, Produkte verkaufen. Jedenfalls wage ich zu bezweifeln, dass eine Morgenroutine aus Meditation, Rosenquarz-Roller, Yoga und Matcha Latte, wie sie in einigen Videos angepriesen wird, wirklich Depressionen lindern kann.

Louisa Dellert sieht das auch so. Allerdings spricht die Influencerin und Autorin selbst auch sehr offen auf Social Media über ihre mentale Gesundheit. Vor fast einem Jahr ging bei ihr plötzlich gar nichts mehr – sie erhielt die Diagnose Burnout und Depression. Seitdem teilt Louisa ihren neuen Alltag mit der Krankheit. Viele sind ihr dafür dankbar, allerdings wird ihr auch vorgeworfen, sie sei damit nur auf einen Trend aufgesprungen. Denn bevor es bei Louisa um Mental Health ging, war sie Fitness Influencerin, dann ging es um Body Positivity und in den letzten Jahren gab es vor allem Content rund um Nachhaltigkeitsthemen. Auch deshalb wollte ich gerne mit Louisa sprechen, um sie zu fragen, wie es zu diesen verschiedenen Sinneswandeln kam und was sie dazu bewegt, so intime Details ihres Lebens mit fremden Menschen zu teilen.

Und falls ihr eigene Gedanken zu dem Thema habt, schreibt sie mir gerne in einer Mail oder auf Instagram. Ich würde mich freuen!

[Gespräch]

Outro

Vielen Dank fürs Zuhören. Wenn euch das Gespräch mit Louisa gefallen hat, teilt es gerne mit euren Freunden. Und falls ihr meine Arbeit finanziell unterstützen wollt, könnt ihr das ganz einfach via Steady oder, indem ihr mir einen Betrag eurer Wahl an Paypal.me/Sinneswandelpodcast schickt. Alle weiteren Infos und Links zur Folge findet ihr, wie immer, in den Shownotes. Das war’s von mir! Bis zum nächsten Mal im Sinneswandel Podcast.

26. März 2024

Saralisa Volm: Muss ich meinen Körper lieben?

von Marilena 5. Oktober 2023

Wie viel Hyaluron passt in das Gesicht einer intelligenten Frau? Wie viel Botox kann ich meiner politischen Haltung zumuten? Überall ist Körper. Überall ist Bewertung. Kein Entkommen. Was macht das mit uns [Frauen]? Darüber spricht Marilena Berends mit Schauspielerin, Filmproduzentin und Kuratorin Saralisa Volm. Im April 2023 hat sie ihr autobiographisches Buch, “Das ewige Ungenügend. Eine Bestandsaufnahme des weiblichen Körpers”, herausgebracht.

Shownotes:

Macht [einen] Sinneswandel möglich, indem ihr Steady Fördermitglieder werdet. Finanziell unterstützen könnt ihr meine Arbeit auch via Paypal.me/sinneswandelpodcast. Danke.

► Website Saralisa Volm
► Saralisa Volm: Das ewige Ungenügend: Eine Bestandsaufnahme des weiblichen Körpers, Ullstein, 04/23
►Saralisa Volm auf Instagram

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Transkript:

Hallo und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast. Mein Name ist Marilena Berends und ich freue mich, euch in dieser Episode zu begrüßen.

Ich bin ein Kind der 90er. Das heißt auch, dass ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der “Size Zero” so ziemlich allen Mädchen und Frauen ein Begriff war. Es war die Zeit, in der Kate Moss ungeniert sagen konnte: „Nichts schmeckt so gut, wie sich dünn sein anfühlt“ – und kein Shitstorm ist ausgebrochen. Es war die Zeit, in der “Thigh Gaps” ein Muss waren und Marken wie Abercrombie & Fitch mit ihren durchtrainierten Models den Markt regierten. Immerhin gab es damals noch kein Social Media. 

Heute hat sich vieles geändert: Der Hashtag “Body Positivity” bringt es bei TikTok auf über 42 Milliarden Views. Wir diskutieren über die Vielfalt von Körperformen und üben feministische Kritik.  Gleichzeitig erkranken immer mehr, vor allem Mädchen, an Essstörungen. Und die Zahl junger Menschen, die Schönheitskliniken aufsuchen, nimmt rapide zu. Irgendwie ganz schön ambivalent alles.

Genau das beschäftigt auch Saralisa Volm. Sie ist Schauspielerin, Filmproduzentin, Regisseurin, Kuratorin und Mutter von vier Kindern. Seit sie denken kann, hat sie sich mit ihrem Körper beschäftigt. Und eigentlich war sie nie zufrieden mit ihm. Genau das sei aber gewollt, sagt sie. Denn wären Frauen zufrieden mit ihrem Aussehen, womit ließe sich dann Geld verdienen?

In ihrem Buch „Das ewige Ungenügend: Eine Bestandsaufnahme des weiblichen Körpers“ spricht Saralisa offen über ihre frühere Bulimie, über Scham, Selbsthass und die Angst vor dem Älterwerden. Aber vor allem ist ihr Buch ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass ein Sinneswandel notwendig ist, um die strukturellen Muster zu durchbrechen, die nach wie vor Sexismus schüren und uns klein halten. Wie das gelingen kann, darüber habe ich mit Saralisa im Podcast gesprochen.

Noch ganz kurz vorweg: Wenn ihr Sinneswandel gerne hört, dann freue ich mich, wenn ihr meine Arbeit unterstützt. Das geht ganz einfach via Steady oder indem ihr mir an Paypal.me/Sinneswandelpodcast einen Betrag eurer Wahl schickt. Unter allen Unterstützer*innen verlose ich außerdem ein Exemplar von Saralisa Volms Buch “Das Ewige Ungenügend”. Alle Links dazu findet ihr in den Shownotes. Vielen Dank!

[Gespräch]

Outro

Vielen Dank euch fürs Zuhören. Wenn euch das Gespräch mit Saralisa gefallen hat, dann freue ich mich, wenn ihr den Podcast mit anderen Menschen teilt. Und falls ihr meine Arbeit via Steady oder Paypal supporten wollt, findet ihr alle Links und Infos dazu in den Shownotes. Das war’s von mir! Bis zum nächsten Mal im Sinneswandel Podcast.

5. Oktober 2023

Eva Biringer: Wie wurdest du [un]abhängig vom Alkohol?

von Marilena 20. Dezember 2022

Alkohol ist längst nicht mehr nur “Männersache”. Die Zahl trinkender Frauen, im Vergleich zu Männern, steigt seit 1980 immer weiter an. Und das nicht ohne Grund, sagt Autorin und Food-Journalistin Eva Biringer. Sie war selbst abhängig und schreibt in ihrem Buch “Unabhängig: Vom Trinken und Loslassen” davon, warum Alkohol ausgerechnet auf junge, emanzipierte Frauen eine so starke Anziehung ausübt. Heute ist Eva unabhängig und sagt, dass sei die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen. Denn nüchtern sei sie nicht nur glücklicher, sondern auch eine “bessere Feministin”. Was Eva Biringer der Alkohol damals gegeben und wie sie sich von ihm gelöst hat, darüber spricht sie mit Marilena Berends.

Shownotes:

Macht (einen) Sinneswandel möglich, indem ihr Fördermitglieder werdet. Finanziell unterstützen könnt ihr uns auch via PayPal oder per Überweisung an DE95110101002967798319. Danke.

► Eva Biringer
► “Unabhängig. Vom Trinken und Loslassen”. Harper Collins, 2021. 
► Eva auf Instagram.

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Transkript:

Hallo und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast. Mein Name ist Marilena Berends und ich freue mich, euch in der heutigen Episode zu begrüßen.

Die Tage zwischen den Jahren – eigentlich ein Dauerrausch: Hier ein Glühwein, da ein Sekt auf der Weihnachtsfeier, natürlich literweise Wein beim Familienessen, das nüchtern kaum erträglich wäre. Und das Grand Final des Rausches bildet natürlich Silvester. Spätestens, wenn das erste Mal “Dinner for One” im Fernsehen läuft, empfiehlt es sich nicht mehr nüchtern zu sein.

Ein Leben ohne Alkohol, fast unvorstellbar. Irgendwie gehört er einfach dazu. Er ist überall. Beim Essen, beim Feiern, beim Sport – es gibt immer einen Grund zum Trinken. Und irgendwie tun es ja auch alle. Wer trinkt, ist normal, wer es nicht gut und nicht gerade schwanger ist, macht sich verdächtig. Oder gilt mindestens als Spaßbremse. Dazu kommt, dass Alkohol heute längst nicht mehr nur “Männersache” ist. Tatsächlich steigt die Zahl trinkender Frauen, im Vergleich zu Männern, seit 1980 immer weiter an. Und das nicht ohne Grund, sagt Eva Biringer. Die Autorin und Food-Journalistin war selbst abhängig – vom Alkohol. In ihrem Buch “Unabhängig: Vom Trinken und Loslassen” schreibt sie darüber, warum Alkohol ausgerechnet auf junge, emanzipierte Frauen eine so starke Verführung ausübt. Und darüber, weshalb Trinken heute sogar als Emanzipation gefeiert wird. Eva ist heute unabhängig und sagt, dass sei die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen. Denn nüchtern sei sie nicht nur glücklicher und gesünder, sondern auch eine “bessere Feministin”. Was ihr der Alkohol damals gegeben hat und wie sie sich von ihm gelöst hat, das hat mir Eva im Gespräch erzählt. Und falls ihr nach dem Podcast ihre ganze Geschichte erfahren wollt, könnt ihr das in ihrem Buch, von dem wir unter allen, die Sinneswandel auf Steady supporten, ein Exemplar verlosen. Wie ihr teilnehmt, steht in den Shownotes. Jetzt erstmal viel Freude beim Zuhören! 

[Gespräch]

Outro

Vielen Dank auch an euch fürs Zuhören. Wenn euch das Gespräch mit Eva gefallen hat, teilt es gerne mit Freunden. Und ihr wisst, dieser Podcast wäre nicht möglich, wenn es nicht ein paar Menschen da draußen gäbe, die mich dabei unterstützen. Danke an alle, die das bereits, zum Teil seit Jahren, tun. Das bedeutet mir wirklich viel und ich freue mich natürlich, wenn es mehr werden, damit ich den Sinneswandel Podcast auch weiterhin produzieren kann. Supporten könnt ihr mich ganz einfach via Steady oder indem ihr mir unter Paypal.me/Sinneswandelpodcast einen freien Betrag da lasst. Das geht auch schon ab einem Euro und steht noch mal in den Shownotes.

20. Dezember 2022

Laut gedacht: Was trauen wir Männern eigentlich zu?

von Marilena 8. Februar 2022

 

Gesundheitsvorsorge – aber als Porno getarnt – denn “Aufklärung muss dort stattfinden, wo sie die Menschen erreicht”, um es mit den Worten der Techniker Krankenkasse auszudrücken. Die hat kürzlich im Rahmen einer Hodenkrebsvorsorge-Kampagne ein Video veröffentlicht, das im Netz nun für reichlich Aufruhr sorgt. Was daran genau problematisch ist, diskutiert Marilena Berends in dieser Episode gemeinsam mit Journalistin Luisa Thomé und Autor Fikri Anıl Altıntaş. Denn das Video bietet definitiv Anlass, um über Geschlechterrollen, Männlichkeitskonstruktionen und Sexismus zu sprechen.

Shownotes:

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► Luisa Thomé schreibt hier und ist auf Twitter und Instagram.
►Fikri Anıl Altıntaş ist auch auf Instagram und hat einen eigenen Newsletter.
► Video der Techniker Krankenkasse “Der life-saving Handjob“.
► Emelie Glaser in der taz: “Krebsvorsorge, aber als Porno”.
► Checkdichselbst – Hodenkrebs Vorsorge-Kampagne.
► Männergesundheitsportal: “Daten und Fakten zur Männergesundheit” (2020).
► Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (2020): Geschlechterstereotype und Soziale Medien.

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8. Februar 2022

Veganes Mett – warum imitieren wir Fleisch?

von Marilena 18. Januar 2022

Immer mehr Menschen entscheiden sich auf Fleisch zu verzichten und vegetarisch oder sogar vegan zu leben. Aus ökologischer Sicht ist das mehr als sinnvoll – aber auch ökonomisch betrachtet, erweist sich der “Veggie-Boom” als ergiebig. Immer mehr Produkte erobern den Markt, die Steak und Fischstäbchen zu imitieren versuchen – darunter auch “blutende” Burger-Patties. Die kommen auf Konsumentenseite bislang gut an, werfen aber die Frage auf: Warum muss Fleischersatz eigentlich wie das Original schmecken, riechen und aussehen – wozu imitieren wir überhaupt Fleisch?

Shownotes:

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► Dr. Harald Lemke: “Ethik des Essens. Einführung in die Gastrosophie”, (S.377-404) in “Aufklärung und Kritik” (1/2004): “Feuerbachs Stammtischthese oder zum Ursprung des Satzes: ‘Der Mensch ist, was er isst’”.
► Deutschlandfunk Nova: „Es gibt überall die Norm, dass Fleisch zu einer Ernährung dazugehört“.
► pbp (12/2021): “Vom Wohlstands- zum Krisensymbol. Eine Kulturgeschichte des Nahrungsmittels Fleisch”.
► Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse 2021: “Nachhaltigkeit: Themenzyklus oder tiefgreifender Wandel von Lebensweisen und Konsumentscheidungen?”.
►Statista-Dossier zu Vegetarismus und Veganismus in Deutschland (2021).
► WWF-Studie: “Klimawandel auf dem Teller” (2012).
► BMEL Ernährungsreport 2020.
► Handelsblatt (8/2020): “Rügenwalder Mühle: Veggie-Fleisch überholt erstmals klassische Wurst”.
► Handelsblatt (6/2019): “Beyond Burger im Test: weder gesund noch nachhaltig!”. 
► Transparenz Gentechnik: “Veganer Fleischersatz – perfekt dank Gentechnik”.
► The Wall Street Journal (10/2014): “So, What Does a Plant-Blood Veggie Burger Taste Like?”] .
► Spiegel (2/2017): „Am wichtigsten ist der Geruch nach Blut“.
► Quarks (1/2020): “Insekten: Die Proteinquelle der Zukunft”.

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18. Januar 2022
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