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Gemeinwohl

Wem gehört meine Zeit?

von Marilena 11. Februar 2026

In dieser Folge des Sinneswandel-Podcasts gehe ich der Debatte um sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“ nach. Ausgelöst wurde sie durch politische Forderungen, wonach Teilzeit nur aus „legitimen Gründen“ wie Care-Arbeit oder Weiterbildung erlaubt sein solle. Freizeit wird dabei moralisiert – und persönliche Lebensgestaltung zur gesellschaftlichen Bedrohung erklärt.

Ich spreche über Arbeit, Erschöpfung und Produktivität: darüber, warum immer mehr Menschen ihre Arbeitszeit reduzieren wollen, warum vor allem Frauen in Teilzeit arbeiten und weshalb Burnout längst kein individuelles Problem mehr ist. Anhand von Stimmen aus Journalismus, Ökonomie und Pädagogik frage ich, ob mehr Arbeit wirklich mehr Wohlstand bedeutet – oder ob freie Zeit nicht ein zentraler Bestandteil einer funktionierenden Demokratie ist.

Es geht um Ungleichheit, Erbschaften, Care-Arbeit und um die Frage, warum Erschöpfung privatisiert wird, während Produktivität öffentlich verhandelt wird. Und darum, ob eine wohlhabende Gesellschaft nicht weniger fragen sollte, wie sie Menschen zu mehr Arbeit bringt – sondern warum freie Zeit überhaupt als Problem gilt.

Shownotes

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►Sinneswandel Podcast: Recht auf Faulheit: Zeit & Muße demokratisieren?
►Hannah Arendt (1958): Vita activa oder Vom tätigen Leben)
►Paul Lafargue (1883): Recht auf Faulheit)
► Mareice Kaiser
►Instagram: Raze Baziani
► Statistisches Bundesamt: Fast jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet in Teilzeit
► MIT: Antrag Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit
► YouTube: Merz: „Müssen mehr arbeiten“ ntv
►YouTube: “Lifestyle-Teilzeit”: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Mit Marcel Fratzscher
► DIW: Schätzung Erbvolumen jährlich
► DIW: Auf dem Weg in die Gesellschaft der Privatiers
►ARD: Hart aber fair: Kein Aufschwung, Jobs in Gefahr: Wer muss jetzt mehr leisten?
►tagesschau (2024): Kleines Wirtschaftswunder dank Vier-Tage-Woche
►Focus (2024): Neue Studie zeigt: Gen Z ist bereit für Vier-Tage-Woche auf Gehalt zu verzichten
►Instagram: DIE DA OBEN
► Instagram: Julian Kamps


Wem gehört unsere Zeit?

„Ich bin mir sicher, keine und keiner von uns wird auf dem Sterbebett sagen: Hätte ich doch bloß mehr gearbeitet.“ Mit diesem Gedanken beginnt diese Folge – und mit einer Frage, die gerade erstaunlich politisch geworden ist: Wem gehört eigentlich unsere Zeit?

Ausgangspunkt ist ein virales Video von Julian Kamps, der nach wenigen Wochen Vollzeit-Arbeit erschöpft feststellt, dass ein 100-Prozent-Job für ihn nicht aufgeht. Man kann darüber spotten oder es als privilegiert abtun. Spannender ist aber die dahinterliegende Frage: Warum reagieren wir so empfindlich, wenn Menschen ihre Arbeitszeit infrage stellen?

Die „Lifestyle-Teilzeit“-Debatte

In der politischen Debatte tauchte zuletzt ein Begriff auf, der viel über unsere Haltung zu Arbeit verrät: Lifestyle-Teilzeit.
Der Wirtschaftsflügel der Union argumentierte, Teilzeitarbeit sei nur dann legitim, wenn sie „gute Gründe“ habe – etwa Kinderbetreuung, Pflege oder Weiterbildung. Alles andere gelte als Luxus.

Damit verschiebt sich die Debatte. Denn plötzlich geht es nicht mehr um Strukturen oder Rechte, sondern um individuelle Moral. Freie Zeit erscheint als Laune, nicht als legitimer Teil eines Lebens.

Journalistin Mareike Kaiser nennt den Begriff deshalb menschenverachtend. Und tatsächlich wirkt er vor allem deshalb so stark, weil er Teilzeit emotional auflädt: als egoistisch, als bequem, als unsolidarisch.

Aber warum wird Frei-Zeit überhaupt moralisiert?

Lifestyle als Bedrohung?

Wenn Politiker sagen, Work-Life-Balance gefährde den Wohlstand, dann wird persönliche Lebensgestaltung zur nationalen Frage. Gleichzeitig bleibt Erschöpfung eine private Angelegenheit.

Dabei zeigen Zahlen etwas anderes: In Deutschland werden so viele Arbeitsstunden geleistet wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das liegt unter anderem daran, dass mehr Frauen arbeiten – oft in Teilzeit. Besonders in Pflege, Erziehung und sozialen Berufen ist Teilzeit keine Lifestyle-Entscheidung, sondern eine Überlebensstrategie.

Ökonom Marcel Fratzscher weist darauf hin, dass wir nicht fragen sollten, wer Teilzeit arbeitet, sondern wie viele Stunden insgesamt geleistet werden. Denn Arbeit verschwindet nicht – sie verteilt sich nur anders.

Die eigentliche Frage lautet daher nicht: Arbeiten wir zu wenig? Sondern: Wessen Zeit gilt als wertvoll – und wessen nicht?

Zeit-Wohlstand und Ungleichheit

Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf Vermögen. Jährlich werden in Deutschland rund 400 Milliarden Euro vererbt. Hunderttausende leben vollständig von Kapitalerträgen – ohne Erwerbsarbeit.

Während also Lohnabhängige ihre Zeit rechtfertigen müssen, bleibt leistungsfreier Wohlstand politisch erstaunlich unangetastet. Lifestyle wird hier nicht problematisiert, sondern normalisiert.

Deshalb stellt sich eine andere Frage: Ist Teilzeit wirklich das Problem – oder eher eine Gesellschaft, die freie Zeit nur dann akzeptiert, wenn sie ökonomisch begründet ist?

Hier zeigt sich ein Widerspruch: Während Teilzeit moralisch problematisiert wird, bleiben Vermögensungleichheit und Steuerprivilegien weitgehend unangetastet. Die Frage nach Wohlstandssicherung wird individualisiert, obwohl strukturelle Hebel existieren.

Wer arbeitet eigentlich – und wie viel?

Ökonomische Daten zeigen: In den letzten Jahren wurden so viele Arbeitsstunden geleistet wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Grund dafür ist vor allem, dass mehr Menschen arbeiten – insbesondere Frauen, häufig in Teilzeit.

Fast jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, bei Männern sind es deutlich weniger. Viele Teilzeitbeschäftigte würden gerne mehr arbeiten, während viele Vollzeitbeschäftigte ihre Stunden reduzieren möchten. Oft verhindern fehlende Kitas, steuerliche Anreize oder starre Arbeitsmodelle genau das.

Erschöpfung als privates Problem?

Burnout-Symptome betreffen inzwischen jede fünfte arbeitende Person. Viele reduzieren ihre Stunden nicht aus Bequemlichkeit, sondern um gesund bleiben zu können.

Die Erziehungspädagogin Sophie Brauer bringt es so auf den Punkt: Erst durch Teilzeit konnte sie wieder gerne arbeiten. Der Beruf war nicht weniger wichtig – aber endlich leistbar.

Hier zeigt sich ein Widerspruch: Produktivität gilt als verhandelbar, Belastung nicht. Dabei stellt sich längst die Frage, ob mehr Arbeit überhaupt mehr Leistung bedeutet – oder ob das Gegenteil der Fall ist.

Warum wird Produktivität öffentlich verhandelt – Erschöpfung aber privatisiert?

Mehr Arbeit = mehr Produktivität?

Die Annahme, dass längere Arbeitszeiten automatisch zu mehr Wohlstand führen, hält einer genaueren Betrachtung kaum stand. Studien zur Vier-Tage-Woche zeigen: Produktivität und Zufriedenheit können steigen, Kündigungen sinken. Viele Beschäftigte wünschen sich kürzere Arbeitszeiten – selbst bei geringerem Gehalt.

Die Debatte wirkt daher weniger wie ein Generationenkonflikt als wie ein Wertewandel.

Arbeit, Sinn und Privilegien

Nicht alle können in ihrer Arbeit aufgehen. Gute Arbeitsbedingungen, Anerkennung und faire Bezahlung sind Privilegien. Für viele Menschen ist Erwerbsarbeit vor allem eine Frage der Möglichkeiten – geprägt durch Herkunft, Geschlecht, Migrationserfahrung oder fehlende Anerkennung von Qualifikationen.

Rund 15 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland unter ihrem Qualifikationsniveau. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Muss Lohnarbeit immer sinnstiftend sein? Und ist es legitim, weniger davon zu wollen?

Wofür leben wir eigentlich?

Schon Paul Lafargue sprach im 19. Jahrhundert vom „Recht auf Faulheit“. Seine Idee war radikal: Maschinen sollten Arbeit reduzieren, nicht vermehren. Freizeit verstand er nicht als Luxus, sondern als Voraussetzung für ein anderes Leben.

Auch Hannah Arendt warnte davor, Arbeit zum alleinigen Sinnstifter zu machen. Sie unterschied zwischen Arbeiten, Herstellen und Handeln – und betonte, dass politisches, kreatives und gemeinschaftliches Handeln Zeit braucht, die nicht ökonomisch verwertet wird.

Ohne diese Zeit, so Arendt, verarmt die Welt. Nicht finanziell, sondern gesellschaftlich.

Was Wohlstand bedeuten könnte

Vielleicht liegt der Kern der Debatte genau hier: Eine wohlhabende Demokratie sollte nicht fragen, wie sie Menschen zu mehr Erwerbsarbeit zwingt. Sondern warum Freizeit überhaupt als moralisches Problem gilt.

Denn Zeit ist nicht nur Produktivitätsfaktor. Sie ist Voraussetzung für Fürsorge, Engagement, Demokratie – und für ein Leben, das mehr ist als Arbeit.

11. Februar 2026

Laut gedacht: Sind Utopien delulu?

von Marilena 2. Februar 2026

Utopien sind gerade nicht besonders populär. In Zeiten von Krisen, Klimawandel und politischer Unsicherheit wirken Ideen von einer besseren Zukunft oft unrealistisch oder überholt.

In dieser Folge spreche ich mit Thomas über Utopien, Delulu, Solulu und das Konzept der Präfiguration – Begriffe, die auf unterschiedliche Weise beschreiben, wie Menschen über Zukunft nachdenken und sie sich vorstellen. Wir erkunden, wie Utopien heute funktionieren können, wie Anti-Dystopien als Gegenentwurf zur alltäglichen Krisenerfahrung wirken und warum der Weg in eine wünschenswerte Zukunft oft im Hier und Jetzt beginnt.

Ein Gespräch über Zeitgeist, Vorstellungskraft, gesellschaftliche Perspektiven und das Spannungsfeld zwischen Idealvorstellung und Realität.

Shownotes

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► Mehr über Thomas auf seiner Website
► Präfigurativ Schreiben mit Thomas
► Hermann, I. (2025). Zukunft ohne Angst: Wie Anti-Dystopien neue Perspektiven eröffnen. oekom
► Sörensen, P. (2023). Präfigurative Politik: Eine Einführung. Mandelbaum
► Starodub, A. (2020). Lasst es glitzern, lasst es knallen: Politische Theorie und Praxis für die Utopie. edition assemblage
► Loick, D. (2024). Die Überlegenheit der Unterlegenen: Eine Theorie der Gegengemeinschaften. Suhrkamp
► Raekstad, P. & Gradin, S. (2020). Prefigurative Politics: Building Tomorrow Today. Polity Press
► Adamczak, B. (2017). Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende. Suhrkamp


 

Sind Utopien delulu? Mit Thomas über Präfiguration als solulu

Delulu, Solulu und der Zeitgeist von Utopien

Zum Einstieg gibt es ein Assoziationsspiel. Marilena nennt das Wort „delulu“ – ein Begriff aus der Gen-Z-Kultur, abgeleitet von delusional.

Delulu steht einerseits für etwas Unrealistisches, Weltfremdes. Andererseits kann es auch positiv gelesen werden: als bewusste Flucht aus einer von Krisen geprägten Realität, als Fantasieraum, fast Pippi-Langstrumpf-mäßig – ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Spannend ist auch die Abwandlung „Solulu“ – von solution. Eine Haltung, die sagt: Vielleicht ist das Delulu-Denken selbst schon eine Lösung. Ein Versuch, sich Handlungsspielräume zurückzuholen, wo alles festgefahren scheint.

Anti-Dystopie statt Utopie?

Thomas bringt ein Buch ins Spiel: Anti-Dystopien von Isabella Herrmann. Die These: Klassische Utopien holen viele Menschen nicht mehr ab. Zu präsent sind Klimakrise, autoritäre Tendenzen, politische Ohnmacht.

Anti-Dystopie bedeutet nicht, an eine perfekte Zukunft zu glauben – sondern die Verschlechterung ernst zu nehmen und trotzdem zu versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Kein naiver Optimismus, sondern ein pessimistischer Realismus, der fragt: Was können wir jetzt tun?

Utopien erscheinen in diesem Licht schnell delulu – und passen vielleicht nicht mehr in den Zeitgeist. Genau hier setzt Thomas’ Perspektive an.

Präfiguration: Wenn Zukunft im Jetzt beginnt

Marilena und Thomas sprechen über Präfiguration – ein Begriff aus politischer Theorie und Praxis. Statt auf einen fernen Idealzustand zu hoffen, geht es darum, gewünschte Zukunftsformen bereits im Hier und Jetzt zu leben.

Nicht: Irgendwann wird alles besser. Sondern: Wie handeln wir heute so, dass es sich bereits anders anfühlt?

Präfiguration fragt nach dem Wie:

  • Wie organisieren wir uns?
  • Wie treffen wir Entscheidungen?
  • Wie gehen wir mit Konflikten um?
  • Welche Mittel passen zu welchen Zielen?

Dabei geht es um horizontale Beziehungen, gemeinsame Reflexion und darum, Wege immer wieder anzupassen, wenn sie sich falsch anfühlen.

Aktivismus, Erschöpfung und politische Desillusionierung

Thomas beschreibt seinen eigenen Weg: Jahre politischer Aktivismus. Die Erfahrung, trotz Engagement wird vieles schlimmer. Gewalt nimmt zu, Regierungen werden autoritärer. Irgendwann die Einsicht: Es wird nicht mehr einfach besser.

Präfiguration wird hier zu einem Wendepunkt. Nicht als Rückzug, sondern als neue Form von politischem Handeln. Eine Praxis, die Sinn stiftet, ohne sich Illusionen zu machen.

Feministische, queere und relationale Perspektiven

Präfigurative Politik ist stark beeinflusst von feministischer und queerer Theorie. Sie stellt Machtverhältnisse, Privilegien und Positionierungen in den Mittelpunkt.

Thomas reflektiert seine eigene Rolle als weißer Mann mit deutschem Pass – und betont, dass viele Erfahrungen von Diskriminierung nicht „mitgedacht“, sondern angehört werden müssen.

Präfiguration bedeutet auch:

  • Lernen voneinander
  • Konflikte nicht vermeiden, sondern bearbeiten
  • Unterschiede ernst nehmen, statt sie glattzubügeln

Erfahrbare Utopien im Kleinen

Utopie zeigt sich für Thomas nicht als großer Entwurf, sondern in konkreten Momenten:

  • solidarisches Handeln bei Protesten
  • gemeinsames Entscheiden in Hausprojekten
  • Care-Arbeit, Essen verteilen, füreinander sorgen
  • generationenübergreifendes, inklusives Zusammenleben

Diese Erfahrungen sind reale Utopien. Präfiguration versucht, genau diese Momente zu reflektieren und daraus Theorie zu entwickeln.

Skalierung, Institutionen und offene Fragen

Eine zentrale offene Frage bleibt: Wie lässt sich das skalieren?Wie können präfigurative Praktiken über kleine Gruppen hinaus wirken, ohne wieder autoritär zu werden?

Staatliche Institutionen, Repression, Machtfragen – all das bleibt ungelöst. Präfiguration gibt darauf keine fertigen Antworten, sondern hält den Prozess bewusst offen.

 

 

2. Februar 2026

Alles wird anders – und jetzt?

von Marilena 23. Dezember 2025

Es ist die letzte Folge des Jahres, und ich spüre diese diffuse Erschöpfung, die viele von uns gerade kennen. In dieser Episode reflektiere ich über Wandel als kollektive Erfahrung: die Beschleunigung unseres Alltags, die Unsicherheit in Politik, Klima, Wirtschaft und Technologie, und das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren alles verdichtet hat. 

Ich spreche darüber, wie wir mit Wandel [besser] umgehen können – Gleichzeitig hinterfrage ich die Idee, dass wir einfach nur resilienter werden müssen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Soziologe Zygmunt Bauman und seine Idee der „flüssigen Moderne“. Und die Frage, ob Wandel nicht nur etwas ist, das wir “aushalten” müssen – sondern etwas, das wir auch gemeinsam gestalten können.

Shownotes

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► Zygmunt Bauman (2000): Flüchtige Moderne, Suhrkamp
► Deutsche Psychologen Akademie: Die Kunst der Resilienz – Wege zur inneren Widerstandsfähigkeit
► HCU (2024): Community resilience: transformative capacity as driver for social cohesion and sustainable development
► Transition Initiativen: Was ist eine Transition Town Initiative?
► Frontiers in Ecology and the Environment (2003): Response Diversity, Ecosystem Change, and Resilience
► Bertelsmann (2013): Gestaltungsräume im Zeitalter der Komplexität


Jahresende als Zäsur: Zwischen Rückblick und Erschöpfung

Hi und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast. Ich bin Marilena und ich freue mich, dass ihr heute dabei seid.

Wow, ich kann irgendwie noch gar nicht so richtig fassen, dass das jetzt tatsächlich die allerletzte Folge des Jahres sein wird und dass dieses Jahr überhaupt vorbei ist. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber die letzten Monate sind irgendwie einfach total schnell gerannt und entsprechend bin ich ganz schön erschöpft. Und das liegt nicht nur daran, dass ich die letzten Wochen krank im Bett lag, wie man vielleicht noch an meiner Nase hören kann oder an meiner Stimme, eher gesagt. Ich klinge noch so ein bisschen, als würde ich mir die Nase zuhalten, aber keine Sorge, ich bin auf jeden Fall wieder gesund. Sonst würde ich nicht hier vor dem Mikro sitzen.

Aber ja, es war ein ganz schön anstrengendes Jahr. Einige von euch wissen, dass ich gerade noch mal in einer Ausbildungssituation bin. Ich mache ein Volontariat, und auch das hat natürlich unfassbar viele Veränderungen mit sich gebracht. Und mit Veränderungen umzugehen, ist manchmal gar nicht so einfach. Auch wenn man sie selbst wählt, weiß man ja manchmal trotzdem nicht, was da alles auf einen zukommt. Das spüre ich jetzt so am Ende des Jahres. Ich bin wahnsinnig froh, an dem Punkt zu sein, wo ich jetzt bin, weil sich vieles in diesem Jahr auch zum Positiven gewandelt hat.

Ein Freund von mir meinte letztens in einer kleinen Geburtstagsrede: something feels off. Und nicht nur so inside himself, sondern natürlich auch in der Welt um uns herum ist so viel Wandel, so viel Veränderung, so viel, was passiert an Weltgeschehen, was einen manchmal – mich zumindest – mitnimmt und nach innen transportiert. Und das macht irgendwie was mit einem.


Erschöpfung: Ein Gefühl mit gesellschaftlicher Dimension

Ich habe mich gefragt, ob diese Erschöpfung, die viele von uns wahrnehmen, vielleicht wirklich nur so ein subjektives Gefühl ist oder ob das nicht auch mit vielen gesellschaftlichen Umbrüchen zusammenhängen könnte, die wir gerade erleben.

Bevor ich da aber einsteige, möchte ich auch hier im Podcast ein bisschen was verändern. Keine Sorge, es wird nicht alles anders, so wie der Titel vielleicht mutmaßen lässt, sondern ich möchte den Podcast wieder ein bisschen interaktiver gestalten. Ich würde mich total freuen, wenn um Sinneswandel herum wieder mehr so eine Art Community-Gefühl wächst.

Deswegen habe ich eine kleine Umfrage erstellt und in den Shownotes verlinkt. Die dauert wirklich nicht lange. Es würde mich sehr freuen und mir tatsächlich sehr helfen, wenn ihr Lust habt, die auszufüllen. Dann schauen wir mal, wo die Reise im nächsten Jahr hingeht.


Beschleunigte Gegenwart: Warum sich Wandel heute anders anfühlt

Zurück zur Frage: Ist das eigentlich nur ein subjektives Gefühl, dass die Welt sich immer schneller dreht, sich immer schneller verändert und ich mich ständig anpassen muss? Ich habe mal nachgeschaut, und surprise surprise: Diverse Studien zeigen, dass viele Menschen unsere Gegenwart als beschleunigt, verdichtet und unsicher erleben. Also dass es eben nicht nur ein subjektives „Alles-ist-zu-viel“-Gefühl ist, sondern ziemlich verbreitet.

Natürlich lässt sich das schwer messen, ob die Welt sich metaphorisch gesprochen schneller dreht, weil Wandel und Veränderung wahnsinnig viele Dimensionen haben: technologisch, politisch, klimatisch, ökonomisch.

Aber man kann schon sagen, dass sich in mehreren Bereichen die Geschwindigkeit und Dichte von Veränderungen in den letzten 25 Jahren deutlich erhöht hat. Wenn man allein auf die Technik schaut: In den 2000ern hatten wir MP3-Player, ziemlich klobige Handys, wahrscheinlich noch nicht mal mit Farbe. Es gab kein Instagram, kein TikTok und erst recht kein ChatGPT. Allein auf dieser technologischen Ebene hat sich die Geschwindigkeit von Wandel massiv erhöht.


Mit Veränderung umgehen: Psychologische Perspektiven auf Resilienz

Ich habe mir angeschaut, was die Psychologie dazu sagt, wie Menschen mit Veränderungen umgehen können, beziehungsweise was Menschen auszeichnet, die gut mit Veränderungen klarkommen. Dabei bin ich auf fünf Eigenschaften gestoßen.

Erstens: psychische Flexibilität und Offenheit. Also die Fähigkeit, Strategien zu wechseln, wenn etwas nicht mehr passt oder sich nicht mehr richtig anfühlt.

Zweitens: Akzeptanz statt Vermeidung. Gefühle nicht wegzudrücken, sondern aushalten zu können.

Drittens – und das finde ich fast am schwierigsten: Selbstmitgefühl statt Selbstkritik. Wenn man merkt, dass etwas nicht funktioniert, nicht sofort bei sich selbst anzuklagen, sondern erst mal freundlich mit sich zu bleiben.

Viertens: realistischer Optimismus. Nicht naiv, sondern lösungsorientiert.

Und fünftens: soziale Einbettung. Das finde ich besonders spannend, weil ich gemerkt habe, dass mir persönlich Menschen um mich herum am meisten helfen, mit Veränderungen umzugehen.


Resilienz als individuelle Aufgabe – und ihre Grenzen

Wenn wir über Veränderungen und Unsicherheit sprechen, landet der Diskurs sehr schnell bei individueller Anpassung: Wie kann ich resilienter werden? Wie kann ich mich besser organisieren? Wie kann ich meine Emotionen regulieren?

Das ist nicht falsch. Innere Ressourcen sind wichtig. Aber irgendwann kam mir die Frage: Welche Rolle spielt eigentlich die Welt und die Gesellschaft, in der wir leben? Was heißt es, gut mit Veränderung umzugehen, wenn sie nicht nur selbst gewählt ist, sondern strukturell produziert wird?


Zygmunt Bauman und seine Diagnose der „flüssigen Moderne“

Einer, der sich genau mit dieser Frage beschäftigt hat, ist der polnisch-britische Soziologe und Philosoph Zygmunt Bauman. Ich habe im Studium ein Essay von ihm gelesen, das mich nachhaltig beeindruckt hat.

Bauman wird 1925 als polnischer Jude geboren, flieht vor den Nazis in die Sowjetunion, kämpft im Krieg, emigriert später nach Israel und dann nach Großbritannien. Sein Leben ist geprägt von Brüchen, Verlust und Neuanfängen – was ihn vermutlich besonders sensibel für Unsicherheit gemacht hat.

Sein bekanntestes Werk ist Liquid Modernity, erschienen vor etwa 25 Jahren – und trotzdem erstaunlich aktuell.


Veränderung und der Verlust kollektiver Sicherheiten

Baumans zentrale These: Unsere Gesellschaft hat ihre festen Formen verloren. Dinge, die früher stabil waren – Arbeit, Beziehungen, Lebenswege – sind heute flexibler, aber auch unsicherer. Institutionen lösen sich auf, klare Lebensläufe verschwinden, Zugehörigkeiten werden brüchig.

Das bringt mehr Freiheit. Gleichzeitig verschiebt sich die Verantwortung für das Zurechtkommen fast komplett auf das Individuum. Wir sollen flexibel, resilient und leistungsfähig sein. Wenn Veränderung schwerfällt, gilt das schnell als persönliches Versagen. Strukturelle Ursachen wie Prekarität oder Ungleichheit geraten aus dem Blick.

Auch kollektive Sicherheiten verlieren an Bedeutung, etwa Gewerkschaften. Zugehörigkeit entsteht weniger über Gemeinschaft, sondern über Konsum, Marken und Lebensstile. Wer mithalten kann, gehört dazu – wer nicht, fällt raus.


Transformative Resilienz: Wandel nicht nur bewältigen, sondern gestalten

Bauman ist kein Kulturpessimist. Er sieht in der flüchtigen Moderne auch Potenzial: für Kreativität, Innovation und neue Formen von Freiheit. Aber das hängt nicht nur von individuellen Fähigkeiten ab, sondern vor allem von den Strukturen, in denen wir leben.

Auf Unsicherheit kann man unterschiedlich reagieren: sich abhärten, ins Private zurückziehen – oder eine andere Frage stellen: Was wäre, wenn nicht nur Einzelne belastbarer werden müssten, sondern auch Gemeinschaften fair und fürsorglich mit Wandel umgehen?

Hier setzt das an, was oft transformative Resilienz genannt wird: Gesellschaften sollen nicht nur Schocks aushalten, sondern ungerechte Strukturen aktiv verändern.


Gemeinschaftliche Antworten auf Unsicherheit: Transition Towns und lokale Netzwerke

Transformative Gesellschaften erwarten nicht einfach Anpassung, sondern schaffen Bedingungen, die Wandel abfedern: soziale Sicherung, Teilhabe, Zeit, Räume und Unterstützung.

Spannend finde ich, dass Resilienzforschung immer wieder zeigt: Wandelfähige Gesellschaften setzen auf Vielfalt, Selbstorganisation und starke lokale Netzwerke.

Ein Beispiel sind die Transition Towns. Ursprünglich aus Großbritannien, inzwischen auch in vielen deutschen Städten. Nachbar*innen schließen sich zusammen, es entstehen gemeinschaftliche Gärten, lokale Energieprojekte, Skillsharing. Ziel ist es, Abhängigkeiten von globalen Märkten und Krisen zu reduzieren.


Response Diversity und Präfiguration: Gesellschaft im Kleinen erproben

In der Resilienzforschung gibt es dafür den Begriff Response Diversity: Je vielfältiger die Antworten einer Gemeinschaft, desto besser kann sie mit unerwarteten Veränderungen umgehen.

Solche Communities sind keine perfekten Utopien, sondern laufende Experimente. In der Politikwissenschaft nennt man das Präfiguration: im Kleinen schon heute das leben, was man sich gesellschaftlich für morgen wünscht.

Darüber spreche ich ausführlicher in einer nächsten Laut-gedacht-Folge.


Sinneswandel Umfrage

Zum Schluss möchte ich mich wirklich von Herzen bedanken. Es bedeutet mir unglaublich viel, dass ihr diesen Podcast hört und dass es Menschen gibt, die mich seit Jahren supporten – über Steady oder PayPal.

Das hilft mir nicht nur finanziell, sondern macht diese Arbeit überhaupt möglich. Ich hatte Anfang des Jahres eine große kreative Krise, aber gerade macht mir Sinneswandel wieder sehr viel Spaß. Ich habe große Lust, diesen Podcast wieder stärker als etwas Kollektives zu denken.

Wenn ihr Lust habt, füllt gerne die Umfrage aus, die in den Shownotes verlinkt ist. Und falls ihr mir ein kleines Weihnachtsgeschenk machen wollt, könnt ihr auf Steady eine Mitgliedschaft abschließen.

Ich wünsche euch einen schönen Jahresausklang. Wir hören uns im nächsten Jahr.

 

23. Dezember 2025

Teresa Bücker: Wie finden wir mehr Zeit [für einander]?

von Marilena 17. Januar 2023

Zeit ist die zentrale Ressource unserer Gesellschaft. Aber sie steht uns längst nicht gleichermaßen zur Verfügung. Mit der Autorin und Journalistin Teresa Bücker spricht Marilena Berends über Ideen, wie eine neue Zeitkultur aussehen kann, die für mehr Gerechtigkeit, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgt.

Shownotes:

Der Werbepartner der heutigen Episode ist HelloFresh. Mit dem Gutscheincode HFSINNESWANDEL ist für Neukund*innen in Deutschland und Österreich nicht nur der Versand für die erste Kochbox kostenlos, sie sparen auch bis zu 90 Euro auf die ersten 4 Kochboxen. In der Schweiz sind es mit HFSINNESWANDEL bis zu CFH 140.

► Teresa Bücker: Alle_Zeit. Eine Frage von Macht und Freiheit, Ullstein 11/22
► Teresa findet ihr auf Twitter und Instagram
► Zwischenzeit_en  heißt Teresas Newsletter auf Steady

Macht [einen] Sinneswandel möglich, indem ihr Steady Fördermitglieder werdet. Finanziell unterstützen könnt ihr meine Arbeit auch via Paypal.me/sinneswandelpodcast. Danke.

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Transkript:

Hallo und herzlich willkommen im Sinneswandel Podcast. Mein Name ist Marilena Berends und ich freue mich, euch in der heutigen Episode zu begrüßen.

Es heißt, Zeit könne man sich nicht kaufen. Was ist dann aber mit der Putzkraft, die unser Haus sauber hält, mit dem Babysitter, der auf unsere Kinder aufpasst oder dem Pfleger, der uns im Alter füttert? Kaufen wir diesen Menschen nicht ihre Zeit ab? Und das nicht selten für einen Preis, für den wir selbst nicht den Finger rühren würden? In einer Gesellschaft, die unter notorischer Zeitnot leidet, können es sich nur diejenigen leisten, sich mehr Freizeit zu verschaffen, die über das notwendige Kapital verfügen. Der Rest muss weiter mit der Zeit um die Wette laufen.

Zeit ist eine Frage von Macht und Freiheit, sagt die Autorin und Journalistin Teresa Bücker. Häufig reden wir von Zeit als etwas, das sich individuell optimieren lässt, um Stress zu reduzieren oder effizienter zu sein. Für Teresa ist Zeit aber viel mehr: eine zentrale Ressource unserer Gesellschaft. Deshalb plädiert Teresa in ihrem Buch für eine neue Zeitkultur, die für mehr Gerechtigkeit, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen würde. Eine zentrale Rolle spielt für die zweifache Mutter dabei die Care-Arbeit oder vielmehr die “Care-Revolution”, auf die Teresa hofft. Was es damit auf sich hat und wie wir zu mehr Zeitbewusstsein kommen, darüber habe ich mit ihr gesprochen.

Falls ihr nach dem Podcast mehr zu dem Thema erfahren wollt, könnt ihr das in Teresa Bückers Buch, “Alle_Zeit. Eine Frage von Macht und Freiheit”, von dem wir unter allen, die Sinneswandel auf Steady supporten, ein Exemplar verlosen. Wie ihr teilnehmt, steht in den Shownotes. Jetzt erstmal viel Freude beim Zuhören!

[Gespräch]

Outro

Vielen Dank euch fürs Zuhören. Wenn euch das Gespräch mit Teresa gefallen hat, teilt es gerne mit euren Freunden. Und ihr wisst, dieser Podcast wäre nicht möglich, wenn es nicht ein paar Menschen gäbe, die meine Arbeit unterstützen. Danke an alle, die das bereits tun. Damit ich Sinneswandel weiterhin produzieren kann, freue ich mich über euren Support. Das geht ganz einfach über die Plattform Steady oder indem ihr mir via Paypal.me/Sinneswandelpodcast einen Betrag eurer Wahl schickt. Das geht auch schon ab einem Euro und steht alles in den Shownotes.

Das war’s von mir! Danke an euch fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal im Sinneswandel Podcast.

17. Januar 2023

Antonis Schwarz: Ist Erben (un)gerecht?

von Marilena 14. Juni 2022

Während eine gängige Redewendung lautet, “Über Geld spricht man nicht, man hat es”, wird genau das heute getan. Und zwar mit Antonis Schwarz, den Marilena in München besucht hat, um zu erfahren, was der Millionenerbe mit der Initiative “tax me now” zu bewegen hofft. Denn eines ist klar: Die soziale Schere und Vermögensungleichheit wird immer größer: Allein in Deutschland besitzen die reichsten 10 Prozent mehr als die Hälfte aller Vermögen. Und das bedeutet auch Macht. Macht, die Welt massiv zu beeinflussen – ist das (noch) demokratisch?

Shownotes:

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► Bewegungsstiftung
► Netzwerk Steuergerechtigkeit
► Bürgerbewegung Finanzwende e.V.
► Leseempfehlungen: “Der Code des Kapitals” – Katharina Pistor; “ “Kapital und Ideologie” – Thomas Piketty; “Haben und Nichthaben. Eine kurze Geschichte der Ungleichheit” – Branko Milanović; “Wir Erben. Was Geld mit Menschen macht” – Julia Friedrichs.
► Oxfam-Studie (2021): „Carbon Inequality in 2030: Per capita consumption emissions and the 1.5C goal.“

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14. Juni 2022

Yasmine M’Barek: Brauchen wir radikale Kompromisse?

von Marilena 2. März 2022

Mehr und mehr kennzeichnet radikale Kompromisslosigkeit die Diskurse in Politik und Gesellschaft, die das Vorankommen in wichtigen Themen, wie Coronapolitik, Klimawandel oder Rassismus verhindert. Die Fronten sind klar: Ihr oder wir.  Wie lässt sich ein Ausweg aus diesem Dilemma finden? Durch “radikale Kompromisse”, lautet die Antwort von Journalistin Yasmine M’Barek. Aber gibt es nicht Umstände, die radikalere Maßnahmen erfordern – dauert Realpolitik nicht einfach zu lange? Und was unterscheidet gute von faulen Kompromissen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat Marilena sich Yasmine M’Barek in den Podcast eingeladen.

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► Yasmine M’Barek findet ihr auf Twitter und Instagram.

► Yasmine M’Barek: “Radikale Kompromisse: Warum wir uns für eine bessere Politik in der Mitte treffen müssen”; Hoffmann & Campe Verlag (03/22).

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2. März 2022

Laut gedacht: Wieviel Idealismus ist realistisch?

von Henrietta Clasen 21. September 2021

Wir alle haben Ideale oder zumindest eine Idee davon, wie die Welt aussehen sollte. Eine Welt ohne eine Ideale, ist schwer vorstellbar, prägen sie doch ganz entscheidend die Wirklichkeit – zumindest, wenn es nach den Idealisten geht. Doch inwieweit lassen sich Ideen verwirklichen? Oder noch ein Schritt zurück: Wieviel Raum ist überhaupt vorhanden, um Ideen zu entwickeln? Braucht es dazu nicht zumindest Zeit und Muße? Zwingt uns der Kapitalismus gar zum Realismus? Als Sinneswandel Redaktion, haben wir uns unter anderem diese Fragen gestellt und gemeinsam laut darüber nachgedacht. Zu diesem Gedankenexperiment möchten wir, Ariane, Katharina, Edu und ich, euch heute einladen. 

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Die heutige Episode wird präsentiert von Vodafone. Ihr könnt ab jetzt mit bis zu 1000 grünen Mbit/s im Vodafone Netz surfen – mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energien – ab 39,99€ dauerhaft. Mehr Infos auf vodafone.de/greengigabit und im Vodafone Shop.

► Avishai Margalit: Über Kompromisse – und faule Kompromisse, Suhrkamp (2011).
► Gerhard Gamm: Der Deutsche Idealismus – Eine Einführung in die Philosophie von Fichte, Hegel und Schelling, Reclam.
► Jacques Derrida: Gesetzeskraft: Der »mystische Grund der Autorität«, Suhrkamp (1991).
► Isaiah Berlin: Freiheit – Vier Versuche, Fischer Verlag (2006).

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21. September 2021

Kann Kunst Gesellschaft verändern? Ja, sagt Beuys!

von Ricarda Manth 23. Februar 2021

Die Gesellschaft als “Soziale Plastik”. Ein Begriff, den der Künstler Joseph Beuys verwendete, um den Aspekt der Gestaltung und das Partizipative hervorzuheben, was er u.a. durch ein Zuviel an Bürokratie bedroht sah. Daher rief er mit seiner Kunst, wie auch mit seinem politischen und gesellschaftskritischen Engagement dazu auf, selbst aktiv zu werden, das eigene kreative Potenzial zu nutzen – im Sinne eines “erweiterten Kunstbegriffs”. In dieser zweiten Episode, anlässlich Beuys 100. Geburtstag, habe ich mit dem Autor und Verleger Rainer Rappmann gesprochen, der den Künstler persönlich kannte.

SHOWNOTES:

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► Fiu-Verlag.
► Verein Soziale Skulptur.
► Museum Ulm: “Ein Woodstock der Ideen – Joseph Beuys, Achberg und der deutsche Süden”.

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✉ redaktion@sinneswandel.art
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23. Februar 2021

Jeder Mensch, ein Künstler – Was macht Beuys aktuell?

von Ricarda Manth 11. Februar 2021

„Kunst ist die einzige Kraft, die die Menschheit von jeglicher Unterdrückung befreit“, so der Künstler Joseph Beuys. Dabei wollte er die Kunst keinesfalls auf das Schwingen eines Pinsels reduziert wissen. Für Beuys war sie weitaus mehr: Kunst, als die Grundlage allen Gestaltens und damit auch das der Gesellschaft, wenn man sie als “soziale Plastik” begriff. Angesichts Beuys 100. Geburtstag, der in diesem Jahr stattgefunden hätte, wollen wir sein Denken und Schaffen in die Gegenwart holen. Was macht Beuys auch, oder gerade heute aktuell? Wir sprechen u.a. mit Menschen, die Beuys persönlich kannten, genauso, wie mit Künstler*innen, die im weitesten Sinne in seine Fußstapfen treten. Den Anfang des Beuys-Spezials macht Bettina Paust, Leiterin des Wuppertaler Kulturbüros und davor langjährige künstlerische Direktorin des Joseph Beuys Archivs Schloss Moylands. 

Shownotes:

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► Utopiastadt: Zukunftsort und Kreativprojekt in Wuppertal.
► Joseph Beuys-Handbuch – Leben Werk Wirkung erscheint im Juli 2021 im metzler Verlag.
► Wuppertaler Performance Festival im Rahmen von beuys2021.

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11. Februar 2021

Frank Adloff: Denkbar, eine post-neoliberale Welt?

von Ricarda Manth 4. Februar 2021

Wie können wir in Zeiten der Globalisierung miteinander leben, uns unterscheiden und Konflikte haben, ohne uns zu massakrieren? Erst kürzlich, im September 2020, erschien das zweite konvivialistische Manifest, in dem über 300 Intellektuelle aus 33 Ländern für neue Formen des Zusammenlebens und eine „post-neoliberale Welt“ plädieren. Der Soziologe und Mitinitiator Frank Adloff erklärt im Gespräch was es mit dem Konzept des Konvivialismus auf sich hat und welche Ziele es verfolgt. 

Shownotes:

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  • Die Deutsche Website der Konvivialisten.
  • Die Französische Website Convivialisme.
  • Das erste sowie das zweite Konvivialistische Manifest finden sich auf der Website des transcript Verlages als Open Source Dateien zum kostenlosen Download.
  • Das Forschungskolleg “Zukünfte der Nachhaltigkeit” der Universität Hamburg.

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4. Februar 2021
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